Mix Radio Gran Canaria

29.Mai 2020

 

 

Fehlende Lösungen im Tourismus – „Der Tourismus wird auf den Kanarischen Inseln langsamer zurückkehren als die optimistischen Erwartungen in den Zeitungen vorhersagen“ – diese Aussage kommt von Yaiza Castilla, Tourismusministerin der Regionalregierung. In den vergangenen Tagen ist der 1. Juli in den Berichten gehandelt worden. Ab diesem Datum dürfen Ausländer, auch ohne triftigen Grund, wieder nach Spanien einreisen, ohne die Auflage einer 14-tägigen Quarantäne. Ungeklärt ist bisher weiterhin, wie und ob Touristen bei der Einreise oder bereits beim Abflug auf das Corona-Virus getestet werden. Diese Frage wird weder auf regionaler noch auf nationaler Ebene geklärt. Dafür müssen die EU-Länder eine gemeinsame Regelung finden. Der Tourismus auf den Kanarischen Inseln wird sich laut Yaiza Castilla in den kommenden Wochen auf den nationalen Markt konzentrieren und bis Oktober an einer internationalen Lösung arbeiten, erst dann rechnet Castilla mit Wintersaison im Tourismus mit Gästen aus der EU.

Tanken so günstig wie seit 10 Jahren nicht mehr – Corona-Krise und Alarmzustand haben auf den Kanaren den Preis für Benzin und Diesel auf ein 10 Jahrestief gesenkt. Der Tankstellenkette PCAN zufolge liegen die Preise für Benzin und Diesel um 16% günstiger als noch im Februar. Im Schnitt zahlen Autofahrer für den Liter Kraftstoff 15 Cent weniger. Diesel und Benzin kosten heute zwischen 93 Cent und 1,04 Euro. Preise die es so seit rund 10 Jahren nicht mehr an den Tankstellen der Kanarischen Inseln gegeben hat. Durch die weltweiten Mobilitätsbeschränkungen ist der Absatz am Ölmarkt eingebrochen. Davon profitieren zwar Autofahrer an den Tankstellen, für Fluggesellschaften bedeutet die enorme Preisschwankung aber einen Verlust in Milliardenhöhe. Sie legen sich mit sogenanntem Fuel Hedging auf eine bestimmte Abnahmemenge zu festgelegten Preisen fest, um Preisschwankungen abzufedern. Jetzt werden Kontrakte fällig, mit denen sich Lufthansa und Co verpflichtet haben, große Mengen Kerosin abzunehmen, die sie gar nicht brauchen, und das zu Preisen, die aus heutiger Sicht irrwitzig überzogen sind. Insgesamt dürfte dies nach Branchenschätzungen Europas Fluggesellschaften allein in diesem Jahr mehrere Milliarden Euro kosten.

Wartelisten im Gesundheitsbereich auf Rekordhoch – Der Alarmzustand hat die Zahl der Patienten die auf eine Operation warten, auf den Kanaren auf 27.000 ansteigen lassen. Auf einen Operationstermin warten Betroffene auf dem Archipel aktuell 166 Tage – fast ein halbes Jahr. Während des Alarmzustands sind in Spanien nur akute Operationen durchgeführt worden, geplante Eingriffe gab es wegen der Zahl der Corona-Infizierten überhaupt nicht. Kontaktbeschränkungen, Abstandsempfehlungen und Desinfektionsprozesse sorgen jetzt aber nicht dafür das die Zahl der Patienten die auf eine Operation warten geringer wird. Das neue Protokoll für einen Eingriff sieht vor, bei Patienten einen PCR Test 24 bis 72 Stunden vor der Operation durchzuführen. Damit sollen sowohl die Betroffenen als auch das Gesundheitspersonal und Ärzte vor Neuinfektionen geschützt werden.

Kein Leitungswasser in Pájara – Der Süden von Fuerteventura wartet seit fünf Tagen auf Leitungswasser. Sowohl in Tuineje als auch in der Gemeinde Pájara kommt aus dem Wasserhahn in hunderten Häusern und Appartements kein Tropfen mehr. Grund sind defekte Zuleitungen zwischen dem Wasserversorger und den Gemeinden. Jetzt sollen zwei feste Wasserdepots in Guerime und bei La Lajita Abhilfe schaffen, während die Arbeiten am Leitungssystem noch Monate andauern werden. Diese beiden Wasserdepots sollen auch nach Fertigstellung des neuen Leitungssystems in Betrieb bleiben. Betroffen sind nicht nur Anwohner in den beiden Gemeinden, auch die Landwirte benötigen dringend Wasser für ihre Felder.

Sinkende Preise – Die Verbraucherpreise in Spanien sind im Mai deutlich gefallen. Wie das Statistikamt INE gestern in Madrid mitteilte, lag das nach europäischem Standard berechnete Preisniveau, der HVPI, 0,9 Prozent tiefer als ein Jahr zuvor. Analysten hatten im Schnitt mit einem solchen Rückgang gerechnet. Gegenüber dem Vormonat blieb das Preisniveau stabil. Deutliche Rückgänge verzeichnete das INE bei den Benzinpreisen. Dies dürfte eine Folge des Preiseinbruchs am Rohölmarkt und der wegen der Corona-Krise schwachen Nachfrage nach Kraftstoffen sein. Teils deutliche Preisanstiege waren dagegen bei einigen Lebensmitteln zu verzeichnen, die in der Krise stark nachgefragt werden.

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28.Mai 2020

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Run auf Urlaubsangebote – Die Suche im Internet nach Urlaubsangeboten auf den Kanaren hat sich in den vergangenen Tagen vervielfacht. Seit Samstag ist die Suchanfrage auf dem Reiseportal Destinia um 206% gestiegen. Die Suchbegriffe Playa del Inglés, Puerto de la Cruz, Puerto Rico, Puerto del Carmen, Caleta de Fuste und Maspalomas sind am häufigsten nachgefragt worden. Bei den Buchungen verhalten sich die User jedoch noch eher zurückhaltend. Die Anfragen sind für den Tourismussektor zwar ein positives Zeichen, José María Mañaricua, Chef des Unternehmerverbandes für Hotels und Tourismus, sieht die Entwicklung aber nüchtern. Solange von den Haupttourismusmärkten Deutschland und Groß Britannien keine Reiseempfehlung kommt, reicht die Nachfrage nicht aus, um Tourismussektor in Spanien wieder anzukurbeln. Der FEHT Verband, dem Mañaricua vorsteht, rechnet erst wieder ab Oktober mit Normalität im Tourismussektor.

Seebeben bei Telde – Die Sensoren haben heute Morgen vor Gran Canaria Erdbewegungen mit einer Stärke von 3,6 auf der Richterskala gemeldet. Das Seebeben ist von dutzenden Anwohnern in der Gemeinde wahrgenommen, der Notruf mehrfach verständigt worden. Besorgte Bürger haben sich auch aus den Gemeinden Las Palmas de Gran Canaria, Valsequillo, Santa Lucía, Agüimes oder Santa Lucía de Tirajana bei der Notrufleitzentrale deswegen angerufen. Informationen des Nationalen Geografischen Instituts zufolge hat es in der Nacht von gestern auf heute auf dem Meeresgrund insgesamt acht kleinere Beben gegeben. Das Stärkste ist vor Telde auf dem Meeresgrund in 18 Kilometer Tiefe registriert worden. Grund zur Besorgnis gebe keines der Erdbewegungen, so ein Sprecher des Instituts auf Twitter. Auf einem Archipel vulkanischen Ursprungs gehören tägliche Erdbewegungen zur Normalität.

Flüchtlingsunterbringung wird zum Problem – 14 Tage Quarantäne gilt für alle die aus dem Ausland nach Spanien einreisen, also auch für Flüchtlinge die in Booten die spanische Küste erreichen. Ihre Unterbringung stellt die Autonomien bisher vor ein schier nicht zu lösendes Problem. Es gibt nicht ausreichend Unterkünfte um die täglichen Flüchtlingsgruppen jeweils isoliert 14 Tage unterzubringen um eine Quarantäne zu gewährleisten. Gestern sind 55 Flüchtlinge bei Gran Tarajal auf Fuerteventura angekommen. Untergebracht worden sind die 14 Frauen und 51 Männer in einer leeren Industriehalle. Dort sollen die Flüchtlinge aus Afrika die nächsten 14 Tage in Quarantäne verbringen. Die Einrichtungen, in denen in Spanien Flüchtlinge untergebracht werden, bis ihre Identität festgellt worden ist, bieten nicht die Infrastruktur um Gruppen in Quarantäne isoliert unterzubringen. Auf Fuerteventura musste die Regierung gestern auf eine private Industriehalle ausweichen, die die sanitären Voraussetzungen zur Unterbringung nicht erfüllt.

Jeder fünfte Jugendliche hat seinen Job verloren – Coronavirus und Covid-19 haben jeden fünften Jugendlichen unter 27 Jahren in die Arbeitslosigkeit geschickt. Das ist einem Bericht der ILO zu entnehmen, der International Labour Organization, einer Organisation der Vereinten Nationen. In Spanien hat seit Beginn der Corona-Krise jeder Fünfte junge Spanier seinen Job verloren. Bei denjenigen die ihren Job nicht verloren haben ist bei 25% die Arbeitszeit deutlich reduziert worden. Am stärksten betroffen ist wie bei der Wirtschaftskrise 2008 in Spanien die Altersgruppe zwischen 15 und 24 Jahren. Genauso wie 2008 und in den Folgejahren entwickelt sich laut dem Bericht damit eine Gruppe von sogenannten „NINIS“. Jugendliche, die wegen Perspektivlosigkeit weder Arbeiten noch studieren.

Videospielbranche profitiert von Corona-Krise – Die WHO empfiehlt Videospiele in Zeiten der Pandemie und Kontaktsperre. Eine Möglichkeit um in Zeiten der Pandemie gemeinsam Zeit zu verbringen und Online zu chatten. Unter dem Hashtag #PlayApartTogether nimmt die Videospielindustrie die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation auf. Gegen Depressionen und Angstzustände. Es ist das erste Mal das die WHO in Sachen Konsolen und Onlinespiele eine solche Empfehlung ausspricht. Bisher war eher das Gegenteil der Fall. Die Experten der Weltgesundheitsorganisation geben aber klare Empfehlungen in Sachen Videospiele. Sie bleiben bei einem dosierten täglichen Umgang in Verbindung mit Aktivitäten und Sport an der frischen Luft. Die Zahlen vom Spielanbieter Steam oder Konsolenherstellern wie Nintendo zeigen aber deutlich wie stark dieser Markt von der Pandemie profitiert. 25 Millionen Nutzer hatte Steam im April, ein neuer Rekord der erst im März gebrochen worden ist. Das Onlinespiel Fortnite hatte im April 45 Millionen Spieler weltweit. Nintendo und Sony Playstation haben ebenfalls einen Absatzrekord im letzten Monat erzielt.

27.Mai 2020

Keine Quarantäne ab Juli – Ausländer, die nach Spanien einreisen, müssen ab Juli nicht mehr in Quarantäne. Diese Meldung aus dem Palacio de Moncloa in Madrid lässt den Tourismussektor wieder aufatmen. Es wird Gesundheitskontrollen geben, wie diese ablaufen sollen ist aber noch nicht geklärt. Diskutiert werden von Körpertemperaturmessungen für alle Ausländer an den Flughäfen bis hin zu stichprobenartigen Schnelltests. Für die Tourismusindustrie sind das Details die es noch zu klären gilt. Mit einer national ausgelegten Kampagne wirbt seit gestern bereits der Reiseveranstalter Travelplan für Urlaub auf den Kanaren oder Balearen. 7 Tage im Vier-Sterne Hotel mit Flug für 299 Euro. Die Reiseveranstalter TUI schult bereits sowohl sein eigenes Personal als auch Hotelmitarbeiter und Angestellte von Charterunternehmen wegen neuer Hygienevorschriften im Urlaub.

Weitere Flüchtlinge vor Fuerteventura – 55 Flüchtlinge sind zwei Seemeilen vor Fuerteventura von einem Boot gerettet worden. Die Küstenwache war im Einsatz nachdem das Flüchtlingsboot auf dem Schirm des SIVE Radarsystems aufgetaucht war. Die 41 Männer und 14 Frauen sind in den Hafen von Gran Tarajal gebracht worden und dort von Mitarbeitern des Roten Kreuzes erstversorgt worden. Das Festrumpfschlauchboot hat in El Aaiún, an der marokkanischen Küste am Montag mit Ziel Kanarische Inseln abgelegt. Unter den Flüchtlingen sollen sich bis zu 10 Minderjährige befinden.

QR Code für den Strandbesuch – Wie genau der Strandbesuch in Zukunft ablaufen soll um Infektionen zu vermeiden steht noch nicht fest. Es wird weniger Sonnenschirme geben, weniger Sonnenliegen und mehr Abstand dazwischen. Getestet wird ein sogenannter QR Code, der per Smartphone vor dem Strandbesuch beantragt wird und dem Nutzer eine Parzelle und einen Zeitraum zuweist, in der er sich während des Besuches am Strand aufhalten darf. Dieser QR-Code soll von den Mitarbeitern der Strandaufsicht stichprobenartig kontrolliert werden. Dieses System wird in der Region um Valencia erprobt. Bänder grenzen Quadrate bei Canet d´en Berenguer ab, für die Strandbesucher den Code per Mobiltelefon beantragen können. Innerhalb der App werden feste Zeiten vorgeschlagen, die Zahl der Besucher pro Parzelle kann damit kontrolliert werden.

Mindesteinkommen ab Juni – Das gesetzliche Mindesteinkommen in Spanien kommt durch das Coronavirus schneller und früher als von der Koalition ursprünglich geplant. Spanien hat die höchste Armutsquote in der Eurozone. Beantragt werden kann das in 14 Gruppen eingeteilte Mindesteinkommen bereits ab Juni. Die finanzielle Unterstützung soll laut Angaben aus Regierungskreisen 850.000 Haushalten mit 2,3 Millionen Mitgliedern zugutekommen. Aufgeteilt ist es in 14 Kategorien, je nach Familienstand und Einkommen und reicht von 461 Euro monatlich für Alleinstehende bis hin zu 1.015 Euro monatlich für Familien mit Kindern. Vorrausetzung für die Beantragung ist ein Mindestalter von 21 Jahren und eine dreijährige Unabhängigkeit vom eigenen Elternhaus. Der spanische Staat hat für das Mindesteinkommen drei Milliarden Euro jährlich veranschlagt.

Weiterhin Alarmstufe Gelb wegen Hitze – Für Teile der Kanaren gilt weiterhin eine Feinstaub und Hitzewarnung. Die Temperaturen steigen heute und morgen bis auf 34 Grad, besonders betroffen ist der Süden von Gran Canaria. Gestern sind an verschiedenen Orten auf den Kanaren Temperaturen von über 30 Grad tagsüber gemessen worden. Mit den heißen Temperaturen steigt die Waldbrandgefahr auf den westlicheren Inseln. Sowohl auf Teneriffa als auch auf Gran Canaria gilt die höchste Waldbrandgefahrenstufe. Der spanische Wetterdienst AEMET hat für bestimme Zonen Alarmstufe Gelb bis morgen Abend ausgegeben, darunter der Süden Gran Canarias und Teile von Teneriffa.

26.Mai 2020


Hitze und Waldbrandgefahr – Alarmstufe Gelb gilt für Teile der Kanaren weiterhin. Die Temperaturen steigen bis auf 34 Grad, besonders betroffen ist der Süden von Gran Canaria. Gestern sind bei Tasarte auf Gran Canaria 33,7 Grad tagsüber gemessen worden. Mit den heißen Temperaturen steigt die Waldbrandgefahr. Sowohl auf Teneriffa als auch auf Gran Canaria gilt in diesen Tagen die höchste Waldbrandgefahrenstufe. Offene Feuer sind nicht erlaubt, die Grillplätze in der Natur nicht geöffnet. Der spanische Wetterdienst AEMET hat für bestimme Zonen Alarmstufe Gelb bis morgen Abend ausgegeben.

Die Regierung wünscht volle Flugzeuge – Zwischen den Inseln sollen wieder mehr Maschinen täglich verkehren, fordert die Regionalregierung laut verschiedenen Presseberichten. Entsprechende Gespräche gab es bereits mit der führenden Fluglinie auf den Kanarischen Inseln, Binter Canarias. Für Juan Ramsden, Chefkoordinator der Interinsularen Fluggesellschaft, werden mehr Maschinen zwischen den Inseln eingesetzt, sobald die maximale Auslastung von 50% der Flugzeuge wegen des Corona-Virus aufgehoben wird. Diese gilt bis auf weiteres in ganz Spanien. Aktuell fliegt Binter 32 Mal pro Tag zwischen den Inseln. Die letzten sechs bis acht Sitzreihen pro Maschine sind für Risikopersonen über 65 Jahre reserviert. Neben jedem Passagier bleibt ein Sitzplatz frei. Vor dem Alarmzustand ist Binter Canarias 200 Mal pro Tag zwischen den Kanarischen Inseln geflogen.

Toter Pottwal angespült – Ein totes Pottwal Weibchen ist an der Küste bei Agüimes auf Gran Canaria gestrandet. Der 10 Meter lange Kadaver weißt sowohl grobe Verletzungen am Rücken auf, als auch Reste von Placenta. Das Meeressäugerweibchen hat kurz vor seinem Tod entbunden. Die Todesursache soll an der Universität für Meeresbiologie in Las Palmas untersucht werden. Der neun Tonnen schwere Pottwal wird heute mit schwerem Gerät an der Küste geborgen und zur Untersuchung in die Fakultät für Meeresbiologie gebracht.

Steuerrückzahlungen – Am 30. Juni endet die Frist für die sogenannte „Renta 2019“. Die Rückzahlungen haben wegen der aktuellen „Corona-Virus“-Krise bereits am 3. April begonnen. Im Schnitt sind bei 70% der Steuererklärungen in Spanien Rückzahlungen an die Steuerzahler fällig, für die betroffenen Bürger mit Steuernachzahlungen hat die spanische Regierung eine Frist bis Ende Juni eingeräumt, die Steuerschuld kann entweder als Einmalzahlung oder in Raten vom Konto abgebucht werden. 90% der Steuerzahler reichen ihre Steuererklärung mittlerweile Online ein. Eine Steuererklärung ist für alle obligatorisch die in 2019 mehr als 14.000 Euro eingenommen haben, bei verheirateten Paaren liegt das Limit bei 22.000€.

Kreative Ideen in der Krise – Auf die Engpässe bei Gesundheitsmaterial haben auf dem Archipel verschiedene Schneider und Näher reagiert. Sie stellen wiederverwendbare Mundschutze aus Stoff her. In der Gemeinde Santa Lucia de Tirajana auf Gran Canaria hat die Gemeindeverwaltung zusammen mit 22 kleineren Unternehmen eine regelrechte Lieferkette entwickelt und sorgt sowohl für die Desinfizierung der Stoffmasken, als auch für die sterile Neuverpackung. So konnten in den letzten Tagen alle Mitarbeiter der Gemeinde mit Mundschutzen ausgestattet werden. Es gibt spanienweit in allen Regionen und Gemeinden einen Engpass bei Schutzkleidung um Ansteckungen durch das Corona Virus zu verhindern. Auf den Kanarischen Inseln haben sich deswegen rund 150 Ärzte und Krankenschwestern mit dem Virus infiziert.

20.000 Handys und Tablets für Kinder – Das Bildungsministerium der kanarischen Autonomiebehörde stellt bedürftigen Familien mit Kindern 20.000 Tablets oder Mobiltelefone zur Verfügung um am Online-Unterricht teilzunehmen. Die damit verbundenen Mobilfunkverträge haben ein Datenvolumen von 40 Giga pro Monat. Damit soll Kindern in Familien in denen es keinen festen Internetanschluss gibt die Möglichkeit eingeräumt werden ohne Hürden das Angebot ihrer Schulen zu nutzen. Dafür greift das Bildungsministerium auf Spenden von Telefónica, Cisco und IBM zurück. Neben diesen drei Technologieriesen hat auch Television España auf die aktuelle Situation reagiert und stellt pro Tag fünf Stunden Lernvideos zur Verfügung für die Altersstufen 6 bis 12 Jahre.

25.Mai 2020

Geringste Zahl von Corona-Fällen auf Kanaren – Die Zahl der aktiven Corona-Virus Fälle liegt auf den Kanaren bei rund 500. Nirgendwo sonst in Spanien ist die Zahl der Covid-19 Patienten so gering wie auf den Kanarischen Inseln. Spanien zählt heute insgesamt 124.300 aktive Fälle. Jeweils 28% und 27% werden in der Region Madrid und Barcelona behandelt, 34.000 Fälle bzw. 35.000 Fälle. Die Studie stammt aus den beiden Instituten Barcelona Tech und Investigación Germans Trias y Pujol. Die Arbeit der beiden Forschungsinstitute stellt auch einen engen Zusammenhang zwischen der Mortalität von Covid-19 Patienten und der Anzahl der Infizierten pro Autonomie her. Prozentual steigt die Sterblichkeit an Covid-19 je höher die Zahl der Infizierten die stationär behandelt werden müssen. Anteilig sind auf den Kanarischen Inseln oder Andalusien sind bisher deutlich weniger Patienten mit Covid-19 Erkrankung gestorben als in Madrid und Barcelona.

Phase 2 für die Einen, Phase 3 für die Anderen – Ab heute gilt auch für Gran Canaria, Teneriffa, La Palma, Lanzarote und Fuerteventura Phase 2 der Lockerungen im Alarmzustand. Für Sport fallen somit die Uhrzeiten weg, Kongresse und Besprechungen sind wieder möglich, Hochzeiten oder Beerdigungen dürfen wieder organisiert werden. Einkaufszentren werden unter Bedingungen öffnen, Wochenmärkte finden wieder unter Auflagen statt. Fortbildungsstätten führen wieder Kurse durch und Fahrschulen nehmen ebenfalls wieder Tätigkeit auf. Bars und Diskotheken haben auch in Phase 2 keine Möglichkeiten Gäste zu empfangen, dafür dürfen kulturelle Veranstaltungen, sofern sie unter freiem Himmel stattfinden, wieder organisiert werden. In geschlossenen Räumen, wie bei Kinos sind die Besucherzahlen begrenzt. Für die Insel La Gomera, El Hierro und La Graciosa soll in dieser Woche Phase 3 der Lockerungen beantragt werden. Auf den drei kleinsten Inseln der Kanaren gilt bereits seit einer Woche Phase 2.

Kein Unterricht bis zum Ende des Schuljahres – Bis zum. 19 Juni findet auf den Kanaren an öffentlichen Schulen kein Unterricht in Klassenräumen mehr statt. Das hat Präsident Ángel Torres bekannt gegeben. Damit bleiben die Klassenräume bis September, wenn das neue Schuljahr beginnt, geschlossen. Der Unterricht soll für den Rest des Schuljahres 2019/2020 online erfolgen. Schulinder die wegen ihrer bisherigen Noten versetzungsgefährdet sind, sollen individuell an den Schulen unterrichtet werden.

EU-Touristen ab Juli – Das Datum ist noch nicht konkret, aber die Zentralregierung stellt für Juli Urlauber aus dem EU-Ausland auf den Kanarischen Inseln in Aussicht. Das hat Teresa Ribera gestern in Madrid in einem Gespräch mit der Presseagentur EFE geäußert. Immer vorausgesetzt die Infektionszahlen bewegen sich weiter in die gleiche Richtung. Möglich ist für Juli eine Bewertung nach Provinzen, in denen EU-Touristen einreisen dürfen. Den aktuellen Infektionszahlen zu Folge wären das die Kanaren, die Balearen und Andalusien. Zurzeit gilt eine 14-tägige Quarantäne nach der Einreise nach Spanien. Der Tourismussektor steht enorm unter Druck und sorgt sich EU-Touristen an Italien oder Griechenland in diesem Sommer zu verlieren. Italien und Griechenland haben angekündigt, bereits im Juni wieder Urlaub für Ausländer möglich zu machen.

22.Mai 2020

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Strandbesuche wieder möglich? – Ob wir auf den Kanaren am Montag den Tag am Strand verbringen dürfen entscheidet sich morgen in Madrid. In der Landeshauptstadt sitzen Experten und Politiker und beraten ob sich die Einwohner der Kanarischen Inseln wieder ohne feste Uhrzeiten an den menschenleeren Küstenabschnitten tagsüber aufhalten können. Das bringt der Alarmzustand mit sich, die Entscheidungsgewalt liegt bei Ministerpräsident Pedro Sanchez. Die sogenannte Phase 2 soll Medienberichten zufolge für die Kanarischen Inseln weiterhin mit einer Maskenpflicht auch für den Strandbesuch verbunden sein, wenn ein Abstand von zwei Metern nicht gewährleistet werden kann. In verschiedenen Supermärkten, Möbelhäusern und Boutiquen wird Kunden seit gestern nur mit Mundschutz Einlass gewährt. An den Stränden ist von Parzellen die Rede in denen sich die verschiedenen Altersgruppen aufhalten dürfen. Morgen soll die neue Phase mit ihren Maßnahmen im Boletin Oficial de España veröffentlicht werden.

Hitzewarnung – Temperaturen von bis zu 35 Grad erwartet der spanische Wetterdienst AEMET für die Kanaren ab morgen Vormittag 10.00 Uhr. Alarmstufe Gelb gilt vorerst nur für den Süden von Gran Canaria, aber auch für Lanzarote und Fuerteventura werden ab morgen durch das Wetterphänomen Calima heiße Temperaturen erwartet. Die Küstenabschnitte sind davon besonders betroffen, weniger hoch steigen die Temperaturen in höheren Lagen. Es ist die erste Hitzewarnung für die Kanarischen Inseln seit Anfang des Jahres. Die Hitzewelle soll mindestens bis Sonntagabend anhalten.

Das Unsicherheit der Schulen – Weder die Vorschulen noch die Grundschulen wissen ob und wie sie ihren Betrieb ab Montag wieder aufnehmen sollen. Eine entsprechende Regelung soll vom Bildungsministerium heute Abend oder morgen veröffentlicht werden. Für die Umsetzung bleibt den Bildungseinrichtungen dann rund 48 Stunden. Noch ist völlig unbekannt welche Schulen auf welchen Inseln wieder unterrichten. Stand heute soll innerhalb Educación Primaria, also die Grundschulen für die ersten sechs Schuljahre, ihre Bildungstätigkeit wieder aufnehmen. Für Klassen von maximal 10 Schüler. Die Teilnahme ist sowohl für Schüler als auch für die Lehrkräfte wegen der anhaltenden Ansteckungsgefahr durch das Corona-Virus freiwillig. Die Gewerkschaft CCOO übt heftige Kritik an dem Vorgehen der Regierung und fordert einen Plan zur Umsetzung. Die Gewerkschaft sieht Schulen, Lehrkräfte, Schüler und Eltern in einer ausweglosen Situation, die ohne entsprechende eindeutige Vorgaben durch die Regierung in 48 Stunden nicht zu lösen ist.

Gute Buchungen bei Landhotels und Appartement-Anlagen – Verschiedene Betreiber von kleineren Landhotels und Appartement-Anlagen zeigen sich zufrieden mit der Nachfrage seitdem sie ihren Betrieb wieder aufgenommen haben. Unter ihnen die Ketten Cordial und Grupo Anfi, die Etablissements wie das Be Cordial Hotels & Resorts oder das Cordial Mogán Paraíso betreiben. Seitdem 11. Mai ist ein Teilbetrieb der Hotel- und Appartementanlagen wieder erlaubt. Für eine Wiedereröffnung haben sich bisher aber nur die wenigsten entschieden. Diejenigen Betreiber, die sich für eine Öffnung entschieden haben, zeigen sich aber überrascht, wie stark die Nachfrage der Canarios ist, nach der wochenlangen Kontaktsperre einige Tage das Panorama zu wechseln. Obwohl die Bewirtung der Gäste bisher in den Phasen der Lockerungen des Alarmzustands in Spanien nicht erlaubt ist, haben viele die Chance auf einen Kurzurlaub ergriffen. Die Gruppe Cordial wird bis Ende des Monats alle Hotels und Appartementanlagen wieder öffnen. Dazu gesellt sich ein völlig neues Hotel in Las Palmas auf Gran Canaria: das Aloe Canteras wird in der ersten Juni Woche seinen Betrieb aufnehmen, ohne Frühstücksangebot und mit einer maximalen Auslastung von 40%.

Mund-zu-Mund Beatmung untersagt – Wie Komplex der Umgang mit dem Corona-Virus in der Praxis ist und welche Konsequenzen dieser neue Umgang mit sich bringt, zeigt sich in einem neuen Protokoll für Rettungsschwimmer. Die bisher mit Erfolg praktizierte Mund-zu-Mund Beatmung von Bewusstlosen nach Badeunfällen darf nicht mehr durchgeführt werden. Dafür müssen Rettungsschwimmer ab sofort eine sogenannte Beatmungsmaske verwenden. Dieses Gerät ist weder so effektiv wie eine direkte Mund-zu-Mund Beatmung, noch gibt es Stand heute ausreichend Beatmungsmasken für alle Einsatzkräfte die ab Montag ihre Arbeit an den Stränden der Kanarischen Inseln wieder aufnehmen sollen. Auf das Dilemma und die Frage, die die Rettungsschwimmer am Montag erwartet hat bisher kein Politiker eine Antwort: wie ist mit einer bewusstlosen Person am Montag zu verfahren, wenn nach einem Badeunfall keine Beatmungsmaske für die Reanimierung zur Verfügung steht? Innerhalb von drei Tagen ist es unmöglich, alle Rettungsschwimmer auf den Kanarischen Inseln mit ausreichend Material zu versorgen.

21.Mai 2020

Endlich wieder Strand – Phase 2 der Lockerungen ist für alle Kanarischen Inseln zum Greifen nahe. Also die Phase in der Strandbesuche wieder erlaubt sind, selbst wenn sie nur zum Zeitverbringen sind – die Phase in der das Joggen keinen Blick auf die Uhr mehr braucht oder das im Wasser stehen auch keine Erklärungen mehr benötigt. Dieser Zustand soll ab Montag für alle Kanaren eintreten. Entschieden ist es noch nicht, bisher gilt weiterhin Phase 1, aber eine erste Besprechung mit Analyse der Infektionsfälle deutet daraufhin. Am Freitag soll die offizielle Entscheidung gefällt werden.

Alarmzustand verlängert – Abgestimmt hat das spanische Parlament in Madrid gestern über eine Verlängerung des Alarmzustands. Dieser ist um 15 Tage bis 6. Juni verlängert worden. Das Stimmergebnis zeigt aber deutlich, dass bei weitem nicht mehr alle Regierungsvertreter hinter der Entscheidung stehen, Ministerpräsident Pedro Sanchez die Entscheidungsgewalt für das ganze Land zu übertragen. Der Alarmzustand verschiebt die Rechte der Autonomien hin zur Zentralregierung in Madrid und versetzt Sanchez in eine Position der alleinigen politischen Entscheidungsgewalt für das ganze Land. 177 Abgeordnete haben für eine Verlängerung gestimmt, 162 Abgeordnete waren gestern gegen eine Verlängerung, 9 Abgeordnete haben sich enthalten. Mit lediglich drei Stimmen mehr als notwendig gilt der Alarmzustand in Spanien jetzt bis zum 7. Juni. Von Einstimmigkeit wie kurz nach Ausbrechen der Corona-Krise ist das Ergebnis von gestern sehr weit entfernt. Wieviel Überzeugungsarbeit Sanchez für diese Verlängerung leisten musste, zeigt die Länge der Gespräche hinter verschlossen Türen. Mit den Vertretern der Parteien Ciudadanos und Esquerra hat Sanchez bis in die frühen Morgenstunden verhandelt.

Maskenpflicht in Spanien – Für Zonen in denen ein Abstand von zwei Metern zischen den Besuchern nicht eingehalten werden kann, gilt ab heute eine Maskenpflicht. Auch diese neue Verordnung fällt unter den Bußgeldkatalog und kann mit bis zu 30.000 Euro bestraft werden. Die Sicherheitskräfte sind aber angehalten bei der Durchsetzung der neuen Verordnung „pädagogisch“ vorzugehen und die Bürger in den kommenden Tagen auf die neue Verordnung hinzuweisen. Mit diesen Worten hat es der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska gestern bekannt gegeben. Maskenpflicht besteht nicht bei Aktivitäten wie Fahrradfahren oder Joggen, beim Einkauf in Supermärkten oder beim Besuch von Einkaufszentren ist das Tragen aber ab sofort Pflicht.

Corona ist mit einer Grippewelle nicht zu vergleichen – Den Zweiflern an der Corona Pandemie ist in diesen Tagen der Zahn gezogen worden. Das Virus und dessen Folgen ist mit einer normalen Grippewelle nicht zu vergleichen. Das zeigen aktuelle Todeszahlen in Spanien. Während in Deutschland die Zahl der gesamten Todesfälle in diesen Wochen, verglichen mit dem gleichen Vorjahreszeitraum, annährend ähnlich verlaufen, liegen sie in Spanien doppelt so hoch. Die Ursache dafür liegt in den Gesundheitssystem der einzelnen Länder und deren Kapazitäten. In Spanien gibt es im Zeitraum zwischen 17. März und 19. April fast doppelt so viele Todesfälle insgesamt als im gleichen Vorjahreszeitraum. Kritisiert wird von verschiedenen Seiten die Reaktionszeit der Regierung auf das Virus. Obwohl bereits tausende Fälle infizierter Personen bekannt waren, hat Spanien nur sehr langsam reagiert. Erst Mitte März sind Schulen und Universitäten geschlossen worden. Unstimmigkeit herrscht weiterhin bei der Erfassung der Toten- und Infizierten in Spanien. Bis zum 17. April sind bestätigte Verdachtsfälle erfasst worden, seitdem 18. April ist die Zählmethode geändert worden. Seitdem werden nur noch Ergebnisse von PCR-Tests, also Rachen Abstriche, in die Statistik mit aufgenommen.

Keine Veranstaltungen bis Oktober – Vertreter der sieben Gemeinden auf Lanzarote haben gemeinsam mit der Inselregierung beschlossen, alle Veranstaltungen bis Ende September abzusagen. Darunter fallen sämtliche Sportevents, Fiestas und zum Teil auch die Wochenmärkte. Zu der Entscheidung hat nicht nur die Gefahr von Neuinfektionen beigetragen, auch die finanzielle Situation der Gemeinden hat sich durch gestiegene Arbeitslosigkeit und geringere Steuereinnahmen zum schlechteren verändert. Alleine in der Gemeinde Teguise ist die Arbeitslosigkeit innerhalb von einem Monat um 25,5% gestiegen.

20.Mai 2020

Strandgesetze – Die Gemeinden der Kanaren beraten über Regelungen für den Strandbesuch. Bisher in Phase 1 noch nicht erlaubt, soll Baden im Wasser oder Sonnen am Strand in Phase 3 wieder möglich sein, voraussichtlich ab 8. Juni. Wie der neue Verhaltenscodex am Strand aussehen wird ist überhaupt noch nicht klar. Möglich ist aber auch das aus einem Verhaltenscodex, also einer Empfehlung, wie sich Bürger am Strand verhalten sollten, ein gesetzlicher Regelkatalog wird, der mit Androhung von Geldbußen durchgesetzt wird. Einen kleinen Vorgeschmack wie die Zeit am Strand in Zukunft aussehen wird, kommt aus San Sebastian und aus Sanxenxo. Der Playa La Concha in der baskischen Hauptstadt wird bei Fluthöchststand vorrübergehend geschlossen, bei Niedrigwasser ist ein Abstand von zwei Metern einzuhalten, Gruppen müssen Mundschutz tragen. Am Strand Sanxenxo in Galizien überwachen Drohnen den Strand und geben über ein Megaphon aufgezeichnete Empfehlungen an die Strandbesucher weiter. Phase 3 und damit auch Strandbesuche sind ab dem 8. Juni in Spanien geplant.

Covid-Station 4B wird geschlossen – Auf den Kanarischen Inseln wird die größte Corona Station im Krankenhaus Doktor Negrin in Las Palmas auf Gran Canaria geschlossen. Wenige Tage nach dem Ausbruch der Pandemie sind hier hunderte von Patienten, die sich mit dem Virus infiziert hatten behandelt worden. Schwestern und Ärzte, die die letzten Wochen hier mehr Zeit verbracht haben als in den eigenen vier Wänden haben ein Video dazu produziert. Zu sehen sind Schutzanzüge, Schutzmasken, Handschuhe und viele zufriedene Gesichter, die nach wochenlangen Anstrengungen endlich den Kampf gegen eine bisher noch nie dagewesen Pandemie gewonnen haben. Es ist mehr als ein Symbol! Sechs neue Infektionen gab es in den letzten 24 Stunden auf den Kanaren insgesamt, 38 Patienten konnten gestern als genesen entlassen werden. Heute gibt es noch 674 aktive Infektionsfälle auf dem Archipel.

Mundschutz ab Donnerstag obligatorisch – Ab morgen muss in Spanien überall dort ein Mundschutz getragen werden, wo kein Sicherheitsabstand möglich ist. Kinder unter sechs Jahren sind von der Maskenpflicht befreit, ebenso Personen, die unter Atemnot oder anderen Krankheiten leiden. Auch Aktivitäten, die das Tragen von Masken unmöglich machen, wie z.B. Joggen, sind ausgenommen. Das geht aus einem heute veröffentlichten Papier der Regierung hervor. In dem Dekret wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Nutzung eines Mundschutzes nur dann verpflichtend ist, wenn es keine Möglichkeit gibt in der Öffentlichkeit einen Sicherheitsabstand einzuhalten. Für Situationen im privaten Umfeld gilt diese neue Regelung nicht.

Guardia Civil warnt vor Malware – Vor einer E-Mail mit einem schadhaften Anhang warnt die Polizei auf den Kanarischen Inseln in einer Pressemitteilung. Der Absender der E-Mail gibt vor aus dem Ayuntamiento de Tuineje auf Fuerteventura zu stammen. Die E-Mail enthält eine Rechnung als Anhang, die sich aber als schadhafte Software für den eigenen Rechner entpuppt. Es wird empfohlen die E-Mail bereits im Posteingang zu löschen.

Tourismusbranche kommt wieder in Schwung – In Deutschland erwacht die Reiselust wieder. Veranstalter berichten von steigenden Buchungen für die Kanaren und Balearen. Das berichten sowohl FTI Reisen als auch DER Tours und Alltours. Dabei stoßen die Veranstalter auf Probleme: in vielen Fällen ist das Wunschhotel der Kunden nicht verfügbar. Sowohl auf den Balearen als auch auf den Kanaren haben viele Hotelbetreiber noch kein definitives Datum festgelegt, ab wann die Etablissements für Touristen aus dem Ausland wieder vollständig zur Verfügung stehen. Der Alarmzustand in Spanien sieht mit seinen Phasen zur Lockerung bisher auch nur einen eingeschränkten Betrieb vor. Büffets dürfen noch nicht angeboten werden, die öffentlichen Flächen dürfen noch nicht von den Gästen genutzt werden. Der Reiseveranstalter TUI verzeichnet eine deutlich gestiegene Frühbucher-Nachfrage für Reisen auf die Kanarischen Inseln und die Balearen.

19.Mai 2020

Das Dilemma der Phasen – Touristen werden in Spanien wohl erst wieder Ende Juni ihren Urlaub verbringen können. Die Regierung in Madrid hat sich dazu gestern geäußert. Verkehrsminister Ábalos sagte gestern, es sei nicht zu erklären Touristen die Einreise zu erlauben, während wir den eigenen Bürgern die Reise zwischen den Provinzen untersagen. Spanien befindet sich in einer schrittweisen Lockerung der Kontaktsperre, den Notstand will die linke Regierung von Ministerpräsident Pedro Sanchez aber um einen weitern Monat bis Ende Juni verlängern. Erst in Phase 3 sind dann wieder Reisen zwischen den Provinzen vorgesehen, also Ende Juni. Innerhalb der Provinzen gibt es in Sachen Lockerungen wegen der unterschiedlichen Infektionszahlen Unterschiede bei den Phasen der Lockerungen. Madrid und Barcelona befinden sich weiterhin in Phase 0, auf den Kanarischen Inseln oder auf den Balearen befinden sich einige Inseln noch in Phase 1 andere bereits in Phase 2.

Auch auf Lanzarote und Fuerteventura können internationale Flüge abgefertigt werden. Diese Meldung kommt von der Zentralregierung und ist seit gestern im Boletin Oficial de España veröffentlicht. Damit gibt es heute insgesamt 13 Flughäfen in Spanien die die sanitären Voraussetzungen erfüllen um Flüge aus dem Ausland abzufertigen. Auf den Kanarischen Inseln sind es neben Lanzarote und Fuerteventura auch Gran Canaria und Teneriffa Süd, die diese Anforderungen erfüllen. Die Regionalregierung versucht in Gesprächen mit Madrid eine vorgezogene Lösung für den Tourismus auf den Kanaren zu erzielen. Also Touristen aus dem europäischen Ausland bereits vor Ende Juni einen Urlaub auf den Kanaren zu ermöglichen.

Die Forderung nach Phase 2 – Die Regionalregierung fordert für alle Inseln der Kanaren Phase 2 so schnell wie möglich. Seit gestern gilt diese Stufe der Lockerungen innerhalb der Kontaktsperre für La Graciosa, La Gomera und El Hierro. Alle anderen Inseln befinden sich weiterhin in Phase 1. Gestern hat die Regionalregierung die aktuellen Infektionszahlen veröffentlicht: 59 Personen werden wegen Covid-19 in Krankenhäusern behandelt, 14 davon auf Intensivstationen. Aktive Fälle von Corona gibt es im Moment auf den Kanaren noch rund 700. In den letzten sieben Tagen gab es auf den Kanarischen Inseln lediglich 34 Neuinfizierte. Phase 2 bietet für die Bürger der Region deutlich mehr Freiheiten und für Gastronomen und Einzelhändler wieder mehr Möglichkeiten zur Normalität zurückzukehren.

Zahl der Versicherten sinkt weiter – Innerhalb des Alarmzustands hat sich die Zahl der gesetzlich Versicherten seit Beginn stetig reduziert. Am Beispiel von Lanzarote zeigt sich zwischen Februar und April ein Rückgang von knapp 20%. 58.000 Personen waren Anfang des Jahres auf Lanzarote bei der Sozialversicherung gemeldet, Ende April waren es nur noch 51.000 Versicherte. Vor allem Angestellte und Selbststände aus den Wirtschaftssektoren Tourismus, Hotellerie und Gastronomie haben sich in den letzten Wochen bei der Sozialversicherung abgemeldet und sind seitdem arbeitslos. In dieses Ergebnis fließen nicht die Mitglieder der Sozialversicherung mit ein die Kurzarbeit angemeldet haben, in Spanien ERTE genannt.

Grundeinkommen für finanzschwache Haushalte – Über ein grundsätzliches Grundeinkommen für bedürftige Haushalte will Madrid noch in diesem Monat abstimmen. Das hat der Minister für Integration, Sozialversicherung und Migration, Jose Luis Escriva gestern angekündigt. Bereits kurz nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes sollen rund 100.000 finanzschwache Haushalte in den Genuss von 450€ bis 1.000€ monatlich kommen. Längerfristig rechnet die Zentralregierung in Madrid mit bis zu einer Million Haushalten die das Grundeinkommen beantragen. Auf das Grundeinkommen hat sich die Regierung bereits bei Koalitionsgesprächen vor Monaten verständigt. Die Corona-Krise hat die Verwirklichung jetzt beschleunigt. Die Regierung rechnet mit der Einführung nicht nur mit abgemilderten Folgen der Krise in finanzschwachen Haushalten, sondern auch mit einer „Konjunkturspritze“ für die Wirtschaft. Diese neue Sozialleistung soll den spanischen Staat rund 3,5 Milliarden Euro pro Jahr kosten.

18.Mai 2020

Phase 2 für La Gomera, El Hierro und La Graciosa – Auf den kleineren Inseln der Kanaren gilt seit heute Phase 2 der Lockerungen. Damit genießen rund 34.000 Canarios wieder einen kleines Stück Freiheit mehr seit heute. Restaurants dürfen ihre Gäste wieder an Tischen bedienen, draußen und drinnen, für Hochzeiten gilt eine beschränkte Gästezahl, Einkaufszentren können wieder öffnen. Der gefragteste Mann in den Medien ist in diesen Tagen Salvador Illa, Gesundheitsminister der Regierung in Madrid. Er ist derjenige der in diesen Wochen immer wieder die entsprechenden Lockerungen für die jeweilige Provinz bekannt gibt. Für die anderen größeren Inseln mit mehr Einwohnern, wie Gran Canaria, Teneriffa, La Palma, Fuerteventura und Lanzarote soll Phase 2 ab kommenden Montag gelten. Dann sollen auch auf Lanzarote und Fuerteventura wieder internationale Flüge landen. Bisher können Maschinen aus dem europäischen Ausland nur auf Teneriffa Süd und Gran Canaria landen.

Keine Uhrzeiten für Gemeinden bis 10.000 Einwohner – Sport, Spaziergänge und Ausflüge sind in Gemeinden mit bis zu 10.000 Einwohnern keinerlei zeitlichen Einschränkungen mehr unterworfen. Das hat die Zentralregierung gestern bekannt gegeben. Auf Lanzarote gilt diese Lockerung nur für die Gemeinden Tinajo und Haría. Betancuria auf Fuerteventura ist die einzige Gemeinde der Insel, in der weniger als 10.000 Einwohner gemeldet sind. Auf Gran Canaria gibt es neun Gemeinden, deren Einwohner sich seit heute frei und ohne Beschränkung von Uhrzeiten draußen bewegen dürfen. Sofern eine Genehmigung aus Madrid erfolgt, gelten ab dem 25. Mai auch in den anderen größeren Gemeinden der Kanaren keine Uhrzeiten mehr für Sport und Spaziergänge.

Gran Canaria wieder für internationale Flüge offen – Fünf Flughäfen und acht Häfen sind für den internationalen Personenverkehr in Spanien wieder geöffnet. Dazu gehören die Airports Madrid und Barcelona, Malaga und Mallorca sowie Gran Canaria und Teneriffa. Auf allen anderen Flughäfen bleibt der internationale Flugverkehr bis auf weiteres untersagt. Europäischen Residenten der Kanarischen Inseln wird empfohlen Flugangebote von La Palma, Lanzarote oder Fuerteventura zu europäischen Zielen vorerst nicht anzunehmen, sondern von Gran Canaria oder Teneriffa aus zu buchen. Angeboten werden die Flüge Online weiterhin auch von den anderen Flughäfen, in der Regel werden diese aber kurz vor Abflugdatum von den Anbietern storniert und ein Gutschein angeboten. Lediglich von Gran Canaria und Teneriffa werden internationale Flüge aktuell durchgeführt.

15.Mai 2020

Wieder steigende Infektionszahlen – Beunruhigende Ergebnisse kommen aus den Provinzen Madrid, Katalonien und Castilla-La Mancha. Dort sind die Infektionszahlen in den letzten drei Tagen von 426 neuen Corona Patienten am Dienstag auf 506 gestern angestiegen. Seit drei Tagen steigen in diesen drei Autonomien die Ansteckungszahlen wieder stärker als erwartet an. In Verbindung mit einer Inkubationszeit von zwei Wochen untersuchen die Virologen jetzt, ob es einen Zusammenhang zwischen den Lockerungen bei den unter 14-jährigen Kindern und den gestiegenen Ansteckungsergebnissen gibt. 70% der Neuinfizierten in Spanien sind in diesen drei Provinzen registriert worden. Weder in Madrid, noch in Katalonien oder Castilla-La Mancha ist wegen der weiter steigenden Corona Virus Fälle Phase 1 genehmigt worden. Dort gilt weiterhin Phase 0 der Lockerungen. Die Reproduktionszahl des Virus liegt Spanienweit heute bei 1,01.

Weiteres Flüchtlingsboot vor Gran Canaria – 55 Flüchtlinge aus Afrika hat die spanische Küstenwache südlich von Gran Canaria gerettet. Sie alle sollen aus der Westsahara stammen, dem Gebiet, das Marokko seit dem Abzug der spanischen Kolonialmacht für sich beansprucht. Unter den Flüchtlingen sind ausschließlich Männer, bei 25 soll überprüft werden ob sie noch minderjährig sind. Sieben Tage lang sollen sie, nach eigenen Aussagen zufolge, unterwegs gewesen sein. Seit Beginn des Alarmzustands in Spanien haben rund 1.000 Flüchtlinge in Booten die Kanarischen Inseln erreicht.

14-tägige Quarantäne auch in Frankreich – Nachdem Madrid entschieden hat, allen Einreisenden aus anderen EU-Staaten eine 14-tägige Quarantäne zu verordnen, zieht Paris jetzt nach. Spanier die nach Frankreich reisen, müssen ebenfalls 14 Tage in häusliche Quarantäne. Man könnte es als Retourkutsche interpretieren, Paris spricht aber von einer reziproken Entscheidung. Frankreichs Präsident Macron hat immer wieder eine gemeinsame europäische Entscheidung gefordert, wenn es um Reisebeschränkungen innerhalb der EU geht. Vor allem im Hinblick auf den Sommertourismus schädigen diese Maßnahmen die Wirtschaft nachhaltig. Paris hat gestern die spanische Quarantäne Entscheidung 1:1 zur spanischen umgesetzt. Auch in Frankreich sind Mitarbeiter im Gesundheitswesen, Transport oder im diplomatischen Dienst, sowie Besatzungen von Passagier- oder Transportmaschinen von den Quarantänemaßnahmen ausgenommen.

Mehr Platz für Tische und Stühle – Bar- und Restaurantbetreiber auf Lanzarote erhalten während des Ausnahmezustands die Möglichkeit die doppelte Fläche vor ihren Lokalen zu nutzen. Das hat die Inselregierung von Lanzarote gestern beschlossen. So soll für ausreichend Abstand zwischen Gästen gesorgt sein und die Umsatzeinbußen so gering wie möglich gehalten werden. Für die zusätzliche Bewirtungsfläche ist keine zusätzliche Steuerabgabe fällig. Gleichzeitig ist gestern beschlossen worden, die Steuerzahlungen von Gastronomiebetrieben an die Kommunen bis zum 1. Dezember zu stunden. 

Beamte arbeiten ab dem 25. Mai wieder – Gemeinsam mit Madrid nehmen auf den Kanarischen Inseln Beamte wieder am 25. Mai ihre Tätigkeiten auf. Behördengänge sollen ab diesem Datum wie vor dem Lockdown möglich sein unter Beachtung der Hygienevorschriften. Auch hier sind Termine für Bürger im Gespräch, entschieden ist dazu noch nichts. Vorstellbar sind bei Behördengängen eine ähnliche Vorgehensweise wie bei Einzelhändlern und Friseuren, bei denen Kunden feste Zeiten erhalten, wann die Lokale aufgesucht werden können, um die maximale Kundenzahl innerhalb des Lokals zu beschränken.

 

13.Mai 2020

13.Mai 2020

Reproduktionszahl R bei 1,02% – Unter Kontrolle ist die Corona Pandemie auf den Kanarischen Inseln auch in dieser Woche. In den letzten 24 Stunden sind drei neue Infektionsfälle auf dem Archipel dazu gekommen. Gestorben ist von Montag auf Dienstag an oder mit Covid-19 niemand. Das sind die Ergebnisse des Gesundheitsamtes der Kanaren. Von insgesamt 2.271 Fällen seit Beginn der Pandemie gelten heute 1.475 Personen als geheilt. Die drei Neuinfizierten verteilen sich auf La Palma, Gran Canaria und Teneriffa – auf allen anderen Inseln gab es in den vergangenen 24 Stunden überhaupt keine neuen Corona-Patienten. Von 100.000 Einwohnern auf den Kanarischen Inseln sind heute im Durchschnitt 3.8 Personen mit dem Virus infiziert.

14 Tage Quarantäne für Reisende – Bei der Einreise nach Spanien ist ab sofort eine 14-tägige Quarantäne fällig. Diese gilt für Spanier genauso wie für andere EU-Staatsbürger. Ausgenommen sind bestimmte Berufsgruppen wie Gesundheitsdienst oder Logistik oder Berufspendler. Das hat die Zentralregierung in Madrid gestern bekannt gegeben. Reiseagenturen und Veranstalter sind angehalten bereits beim Ticketverkauf ihre Kunden darauf hinzuweisen. Damit reiht sich Spanien in die Verhaltenslinie anderer EU-Statten wie Groß Britannien oder Deutschland, die sich zu ähnlichen Maßnahmen entschieden haben. Frankreich dagegen setzt auf eine multilaterale Lösung beim Thema Grenzen und Quarantäne und fordert eine einheitliche Lösung auf europäischer Ebene. Aktuell finden bilaterale Entscheidungen innerhalb der EU-Länder statt. In jedem Land gibt es unterschiedliche Voraussetzungen und Maßnahmen bei der Einreise.

402 Anzeigen am ersten Tag der Lockerungen – Die Lockerungen waren noch keine 24 Stunden alt, da saßen bereits zwei Personen auf den Kanarischen Inseln wegen Verstößen in Haft, gegen 402 Personen hat die Polizei Anzeige erstattet. Warum sich so viele Bürger auf den Kanarischen Inseln nicht an die Auflagen für Phase 1 der Lockerungen gehalten haben kann nur spekuliert werden. Ein Grund ist der Maßnahmenkatalog mit festen Uhrzeiten welche Altersgruppe mit wem und wann nach draußen darf. Ein weiterer das Unverständnis warum der Besuch von Bars und Cafés den ganzen Tag über mit bis zu 10 Personen erlaubt ist, für Sport aber nur die frühen Morgenstunden und die späten Abendstunden vorgesehen sind, selbst wenn Sport individuell betrieben wird. Seit Beginn des Alarmzustands in Spanien sind auf den Kanarischen Inseln 541 Personen wegen Verstößen gegen die Ausgangssperre verhaftet worden, Anzeigen sind seit Beginn des Lockdowns 53.000 auf den Kanaren ausgestellt worden.

Ryanair ab Juli wieder in der Luft – Der irische Flugdiscounter Ryanair will ab 1. Juli wieder 40% seines bisherigen Flugangebotes in die Luft bringen. Das geht aus einer Pressemitteilung von Ryanair hervor. 90% der bisherigen Flugziele sollen ab Juli angeflogen werden, allerdings zu Anfang mit weniger Frequenz als vor der Pandemie. 1.000 Flüge täglich will Ryanair ab Juli realisieren. In den letzten Wochen hat der irische Flugdiscounter pro Tag 30 Flüge zwischen Irland, Großbritannien und europäischen Flugzielen durchgeführt. Vor Beginn der Pandemie lag die Zahl der Flüge täglich bei 2.000.

14 Stunden täglich vor dem Bildschirm – Canarios sitzen aktuell jeden Tag im Durschnitt 14,31 Stunden vor einem Bildschirm. Vier Stunden mehr als vor Beginn der Corona Pandemie. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie. 87% der Befragten haben angegeben während des Alarmzustands in Spanien Handys, Tablets, Computer oder Fernseher deutlich intensiver genutzt zu haben als noch im Februar oder Anfang März. Alleine 21% der Befragten haben während der Kontaktsperre auf Videoanrufe zurückgegriffen. Auch diese Nutzung fällt unter die angestiegene Zeit der Bildschirmnutzung. Mehr als zwei Drittel der Befragten haben angegeben durch die intensivere Nutzung von Smartphones, Tablets oder Computerbildschirmen über Beschwerden der Augen zu leiden. Zieht man sechs bis acht Stunden Schlaf ab, sitzen Canarios im Durchschnitt aktuell bis auf 120 Minuten pro Tag durchgehend vor einem Bildschirm.

 

12.Mai 2020

Spaziergeh-Regeln am Las Canteras Strand – Im Rathaus von Las Palmas auf Gran Canaria werden in diesen Tagen auch Regeln für den Spaziergang an der Avenida und am Strand verabschiedet. Durch klare Vorgaben soll die Ansteckungsgefahr durch das Corona Virus so gering wie möglich gehalten werden. Wie im Straßenverkehr sollen Bürger bei ihrem Ausflug immer rechts aneinander vorbeilaufen, mit entsprechendem Abstand von mindestens 1,5 Metern. Das berichtet heute die Tageszeitung Canarias7 und beruft sich auf eine Pressemitteilung des Bürgermeisters der Inselhauptstadt. Mit Schildern und Megafonen sollen Spaziergänger von El Confital über Las Canteras bis hin zu La Laja, also des gesamten Küstenabschnittes von Las Palmas, immer wieder auf die neue Spaziergeh-Regel hingewiesen werden. Auch am Strandabschnitt von Alcaravaneras sollen die gleichen Verhaltensregeln gelten. 

Mehr Mikroplastik als Algen – Im Atlantik rund um die Kanaren schwimmt mehr Mikroplastik als Plankton. Das hat das Marine Pollution Bulletin in einer Forschungsarbeit veröffentlicht. Mehr als eine Millionen Mikroplastik Fragmente pro Quadratkilometer sind zum Beispiel vor der Bucht von El Confital bei Las Palmas auf Gran Canaria im Wasser gefunden worden, vor dem Strand Lambra auf La Graciosa ist die Konzentration zwar deutlich geringer, trotzdem schwimmen dort im Wasser pro Quadratkilometer immer noch 250.000 Mikroplastik Fragmente, in der Bucht von Famara auf Lanzarote liegt die Konzentration bei 150.000 Fragmenten pro km². Neben der allgemeinen Wasserverschmutzung ist die Gefahr für Meeresbewohner der Studie zufolge existenziell. Vor allem Meeresschildkröten sind gefährdet. Für die Studie haben Forscher über drei Jahre hinweg an 24 Stellen regelmäßig Wasserproben entnommen und ausgewertet. Auf den Kanarischen Inseln liegt das Verhältnis zwischen Mikroplastik und Zooplankton bei 1:3, auf drei Quadratkilometer Plankton kommt ein Kilometer Mikroplastik.

Tiger Mücke überträgt kein Corona Virus – Mit einem weiteren Gerücht in den sozialen Netzwerken räumt ein Expertenbericht über die Tiger Mücke auf: 22 Viren kann die Stechmücke aus Afrika übertragen, Corona gehört allen Gerüchten auf Facebook und Twitter zum Trotz nicht dazu. Die Studie stammt aus dem Institut für Biodiversität und Eco-System in Barcelona, kurz CREAF. Die Tiger Mücke hatte es vor drei Jahren in die Schlagzeilen Kanarischer Medien geschafft, nachdem Exemplare in einer Appartementanlage bei Puerto del Rosario auf Fuerteventura in der Nähe des Krankenhauses entdeckt worden sind. Die Tiger Mücke ist für die Verbreitung des Dengue Fieber Virus verantwortlich.

Guter Umsatz, volle Terrassen – Einzelhändler auf den Kanaren zeigen sich nach dem ersten Tag in Phase 1 der Lockerungen zufrieden mit dem Umsatz, Bar und Restaurant Betreiber können sich nicht über zu wenige Gäste beklagen. Allerdings können wir nur über den Teil der Unternehmer und Selbständigen berichten, die ihre Geschäftslokale gestern auch geöffnet hatten. „Schüchtern“ ist vielleicht der passendere Begriff für den ersten Tag in Phase 1. Die Wiederöffnungen von Bars, Restaurants, Lokalen und Boutiquen verlief gestern zurückhaltend. Die meisten Betreiber haben sich wegen der Auflagen für Phase 1 entschieden mit dem Öffnen noch ein paar Tage zu warten. Diejenigen die sich dafür entschieden haben waren aber gestern mit dem Kundenandrang und der Kauflust zufrieden. In der Fußgängerzone von Las Palmas auf Gran Canaria war reges Treiben zu beobachten. Nur der Abstand zwischen den Menschen und der Mundschutz waren ein Zeichen dafür, das etwas anders ist.

Ermittlungen gegen Iberia Express – Wegen eines zu vollen Fliegers von Madrid nach Gran Canaria ermittelt jetzt die Polizei. Auf verschiedenen Videos auf Twitter und Facebook ist eine Maschine zu sehen, in der jeder Sitzplatz besetzt ist. Zwar tragen alle Passagiere Masken, der vorgeschrieben Abstand zwischen den Passagieren wird aber während des zweistündigen Fluges zu keiner Zeit eingehalten. Nach der Landung auf Gando ist die Maschine von Beamten der Guardia Civil inspiziert worden. Die Fluggesellschaft hat bereits in einer Stellungnahme reagiert und auf ihr Luftfiltersystem hingewiesen, dass die Atemluft in der Maschine zu 99,2% von Viren und Bakterien reinigt. Ermittlungen gibt es auf Basis der Sanitätsvorschriften, die seit dem 14. März gelten, trotzdem. Bereits im April gab es zwei weitere Vorfälle bei Flügen von Iberia Express, in denen die Maschinen so gut wie ausgebucht geflogen sind.

11.Mai 202

Phase 1 oder die neue Normalität – Ab heute treten die meisten Provinzen und Regionen in Spanien in Phase der Lockerungen ein. Damit können Bars und Restaurants wieder öffnen, der Bewegungsfreiraum ist nicht mehr nur auf die Gemeinde beschränkt, Einzelhändler können wieder Kunden empfangen. Allerdings gelten weiterhin Auflagen: Restaurants und Bars können ab heute 50% ihrer Tische bewirten, Einzelhändler maximal 30% ihrer maximal zugelassenen Kundenzahl gleichzeitig in die Lokale lassen. Universitäten und Bibliotheken können ab heute zum Teil ihren Betrieb wieder aufnehmen, Vorlesungen finden aber noch nicht statt. Auch Museen empfangen ab heute wieder Publikum, auch hier maximal 30% ihrer bisherigen Kapazitäten gleichzeitig. An den bisher geltenden Zeiten für Sport ändert sich vorerst nichts. Erlaubt sind aber treffen von bis zu 10 Personen innerhalb von Räumen, unabhängig in welcher Beziehung die Personen zueinander stehen. Unter freiem Himmel sind Treffen von bis zu 15 Personen erlaubt. Phase 1 gilt für die Kanarischen Inseln und die Balearen komplett, außerdem auch Asturien und Kantabrien, sowie Ceuta, La Rioja, Melilla, Murcia und Navarra. In allen anderen Autonomien ist Phase 1 auf einige Gemeinden begrenzt während in anderen Gemeinden wegen der Infektionszahlen weiterhin Phase 0 gilt.

Mehr Flüge zwischen den Inseln – Ab heute sind wieder Flüge zwischen den Inseln möglich, die Regionalregierung hat die entsprechenden Auflagen gelockert. Für Flüge zum spanischen Festland bleiben Auflagen vorerst bestehen. Festgelegt hat die Regionalregierung die Ticketpreise für Flüge zwischen den Inseln, um einer Preissteigerung bereits im Vorfeld entgegen zu wirken. Maximal 88 Euro sind für einen Flug zwischen Gran Canaria und Lanzarote fällig, Residenten mit entsprechendem Certificado de Viaje zahlen von diesem Preis 25% beim Fliegen. Für die Verbindung Gran Canaria Fuerteventura ist der maximal Ticketpreis auf 78 Euro festgelegt. Verkauft werden dürfen nur 50% der Sitzplatzkapazität pro Maschine. Damit soll ausreichend Abstand zwischen den Passagieren gewährt werden.

Corona-Virus Bilanz Kanaren – 19 Patienten werden aktuell noch auf den Intensivstationen der Krankenhäuser auf den Kanarischen Inseln behandelt. 12 davon alleine auf Teneriffa. 760 Fälle von Corona sind heute auf den Kanarischen Inseln bekannt, 682 stehen unter häuslicher Quarantäne, 78 insgesamt werden in Krankenhäusern behandelt. Teneriffa ist die Insel mit den meisten bekannten Fällen, alleine 570 Patienten insgesamt werden dort behandelt, 75% aller bekannten Infektionen gibt es heute noch auf Teneriffa. Auf Gran Canaria werden 119 Patienten behandelt oder stehen unter häuslicher Quarantäne. Auf Lanzarote gibt es aktuell noch 10 bekannte Corona Virus Fälle, zwei Patienten werden auf der Intensiv Station behandelt. Auf Fuerteventura gibt es noch fünf Fälle, davon liegen zwei Patienten auf der Intensivstation.

20 Kilogramm Haschisch beschlagnahmt – Drei Männer sind bei Morro Jable auf Fuerteventura von einer Polizeistreife festgenommen worden, nachdem von den Beamten im Kofferraum eines Autos 20 Kilogramm Haschisch gefunden worden sind. Gestoppt worden ist das Fahrzeug von den Beamten, weil zwei Männer in dem Auto saßen, obwohl die Auflagen, die bis gestern galten, nur eine Person zulassen. Nach Überprüfung der Ausweispapiere der Beiden mussten die Beamten das Fahrzeug durchsuchen: einer der beiden hat bis vor wenigen Tagen eine Gefängnisstrafe wegen Drogenhandels abgesessen, der Andere stammt aus Marokko und hält sich seit sieben Jahren illegal in Spanien auf. Nach dem Drogenfund im Kofferraum hat die Polizei die Wohnungen der Täter durchsucht und eine dritte Person wegen Drogenhandels festgenommen.

08.Mai 2020

46.700 Personen bereits getestet – An der national durchgeführten Corona-Studie um die Durchseuchung der spanischen Gesellschaft zu ermitteln haben bereits 46.700 Bürger teilgenommen. Das Programm ENECovid19 wird in allen Provinzen Spaniens durchgeführt. 35.000 Haushalte sind zufällig vom Nationalen Statistik Institut ausgewählt worden. Das Ergebnis soll Aufschlüsse zu den Infektionszahlen liefern und als Basis für zukünftige Entscheidungen der Regierung dienen im Kampf gegen die Pandemie. Während der spanische Gesundheitsminister Salvador Illa gestern auf einer Pressekonferenz die große Bereitschaft zur Teilnahme der Spanier gelobt hat, sind nicht alle Spanier in allen Provinzen gleich bereit sich auf das Virus testen lassen. Auf den Kanarischen Inseln haben 40% der ausgewählten Haushalte eine Teilnahme an einem Corina Virus Test abgelehnt. Europäische Residenten werden innerhalb der Studie nicht erfasst. Für sie ist ein eigener Antikörpertest, durchgeführt in einer privaten Arztpraxis, für Reisen nach Deutschland, Österreich oder die Schweiz hilfreich um zum Beispiel wie die in Deutschland aktuell verordnete 14-tägige Quarantäne nach Einreise zu umgehen.

Phase 1 ab Montag – Mit Spannung wird auf den kanarischen Inseln die Antwort des Gesundheitsministeriums in Madrid erwartet, ob ab Montag auf dem Archipel Phase 1 der Lockerungen beginnt. Die Voraussetzungen für Phase 1 erfüllen neben La Gomera, El Hierro und La Graciosa jetzt auch die größeren Inseln mit mehr Einwohnern.  Bars und Restaurants könnten dann ihre Terrassen mit einer maximalen Kapazität von 50% wieder öffnen, Fahrten zwischen den Gemeinden sind dann wieder erlaubt und es können sich bis zu 10 Personen aus verschiedenen Haushalten wieder treffen. Ungeklärt ist weiterhin, wann die Schulen wieder öffnen. Seit Mitte März gibt es in den Bildungseinrichtungen keinen Unterricht mehr. Das Ergebnis der Studie soll auch dafür Erkenntnisse liefern, wie in Zukunft Unterricht wieder stattfinden kann.

Gesundheitsministerin zurückgetreten – In der Provinz Madrid hat die Gesundheitsministerin Yolanda Fuentes ihren Posten gestern aufgegeben. Einen Tag nachdem Madrid beantragt hat, ebenfalls wie die Kanarischen Inseln, ab Montag in Phase 1 der Lockerungen einzutreten. Bisher ist nicht bekannt ob diese beiden Meldungen in einem Zusammenhang stehen. Madrid war und ist die Provinz in Spanien in der das Virus am heftigsten gewütet hat. Bilder in der Presse von Eisstadien die zu Leichenhallen umfunktioniert worden sind stammen alle von dort. Sowohl die Präsidentin der Provinz, Isabel Diaz Ayuso, als auch ihr Stellvertreter, Ignacio Aguado, haben gestern versichert Madrid würde wieder über ein solides Gesundheitssystem verfügen. In Madrid sind gestern 86 neue Corona Virus Fälle registriert worden. Zum Vergleich: in der kanarischen Autonomie waren es gestern vier neue Corona Virus Fälle.

Sonnen nicht erlaubt – Ein Mann aus Las Palmas auf Gran Canaria ist gestern am Strand von Alcavaneras zu einer Geldbuße verurteilt worden. Er hatte sich am Strand gesonnt. Während Sport in den entsprechenden Zeiten innerhalb der eigenen Gemeinde an den meisten Stränden der Kanarischen Inseln erlaubt ist, dazu gehört auch Schwimmen im Atlantik, wird das Sonnenbaden am Strand sanktioniert. Laut den Beamten war die Sachlage dem 60-jährigen unbekannt. Zahlen muss er trotzdem. Stand heute ist der Strand innerhalb der eigenen Gemeinde nur für den Sport frei zugänglich. Um zum Strand zu gelangen, darf weder das eigene Kraftfahrzeug, noch der öffentliche Nahverkehr genutzt werden. Schwimmen im Atlantik ist aber in den meisten Gemeinden der Kanarischen Inseln wieder erlaubt. Dorthin gelangen Bürger bußgeldfrei zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Keine Veranstaltungen bis Oktober – Vertreter der sieben Gemeinden auf Lanzarote haben gemeinsam mit der Inselregierung gestern beschlossen, alle Veranstaltungen bis Ende September abzusagen. Darunter fallen sämtliche Sportevents, Fiestas und zum Teil auch die Wochenmärkte. Zu der Entscheidung hat nicht nur die Gefahr von Neuinfektionen beigetragen, auch die finanzielle Situation der Gemeinden hat sich durch gestiegene Arbeitslosigkeit und geringere Steuereinnahmen zum schlechteren verändert. Nur in der Gemeinde Teguise ist die Arbeitslosigkeit innerhalb von einem Monat um 25,5% gestiegen

05.Mai 2020

01.Mai 2020

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Wenig Schwung im Einzelhandel – Auf La Gomera, La Graciosa und El Hierro haben gestern lediglich 20% der Einzelhändler und nur 3% der Restaurants und Bars wieder geöffnet. Die Umsatzaussichten sind bei den Auflagen der Regierung einfach zu gering. Bei den Friseuren haben sich auf den kleinen Inseln, die bereits gestern in Phase 1 der Lockerungen eingetreten sind, nur rund die Hälfte entschieden wieder zu öffnen. Erst ab dem 11. Mai, wenn 50% der Tische in Bars und Restaurants wieder bewirtet werden dürfen, rechnet der Verband der Selbständigen mit mehr Öffnungen. Es ist eine rein rechnerische Entscheidung für die Unternehmer, die sobald sie ihre Geschäftsräume wieder öffnen, keine finanziellen Hilfen mehr beantragen können. Ein ähnliches Bild bot sich gestern auch in Mesa y Lopes in der Innenstadt von Las Palmas auf Gran Canaria: Optiker, Ferreterias, Mobilfunkgeschäfte und Banken hatten geöffnet. Textil und Modegeschäfte waren weiterhin geschlossen. Für Phase 0 der Lockerungen sind Kosten im Vergleich zum erwarteten Umsatz zu hoch. Phase 1 der Lockerungen beginnt am 11. Mai.

Unterricht erst im September – Die Schule beginnt in Spanien erst wieder im September. Mit einer neuen Regelung bei der Klassenstärke. Sollte es bis dahin keine Impfung gegen das Coronavirus geben, und davon ist auszugehen, liegt die maximale Zahl von Schülern pro Klasse bei 15. Das ist die Vorstellung der Regierung für den Schulunterricht in Zukunft. Wie das umgesetzt werden soll, lässt die Regierung bisher offen. Es gibt weder ausreichend Räumlichkeiten an den Schulen auf den Kanarischen Inseln um in Zukunft die geforderten Voraussetzungen zu erfüllen, noch ausreichend Lehrkräfte um die damit verbundene doppelte Zahl von Unterrichtsstunden zu erfüllen. Auch zu den deutlich erhöhten Kosten im Bildungsbereich hat sich die Regierung bisher noch nicht geäußert.

Konflikt in Madrid wegen Verlängerung des Alarmzustands – Die beiden Protagonisten heißen heute Pedro Sanchez, Präsident von Spanien, und Pablo Casado, Vorsitzender der Partido Popular. Sanchez will den Alarmzustand in Spanien ein weiteres Mal verlängern und ist dabei auf die Stimmen anderer Parteien angewiesen. Pablo Casado hat angekündigt diesen Vorstoß kein weiteres Mal zu unterstützen. Er sehe keinen Grund, „die Freiheit der Spanier zu diesem Zeitpunkt nach beliebigem Ermessen der Regierung einzuschränken“. Bars und Restaurants wieder zu öffnen und andererseits die Freiheit anhand von Uhrzeiten weiterhin einzuschränken macht für den Vorsitzenden der PP keinen Sinn. Ohne die Unterstützung der kleineren Parteien hat die Minderheitsregierung der PSOE keine Möglichkeit bei der Abstimmung im Parlament den Ausnahmezustand ein weiteres Mal zu verlängern. 

Reisevoraussetzungen für die Zukunft – Die Regionalregierung der Kanaren fordert Körpertemperatur- und Antikörpertests für Reisen auf den Archipel. Das meldet heute EuropaPress. Diese Tests sollen bereits am Abflugort in Europa und auch auf dem spanischen Festland durchgeführt werden. Damit soll Touristen in Zukunft Sicherheit bei ihrer Urlaubsplanung vermittelt werden und ein erneutes Ausbreiten des Corona Virus auf den Kanaren verhindert werden. Am 13. Mai soll auf einem der Treffen der EU-Innenminister ein entsprechender Vorschlag unterbreitet werden. Wer für die Kosten aufkommen soll, lässt der Vorstoß der Regionalregierung offen. Aktuell sind für einen Abstrich-Test aus Mund oder Nase 215 Euro fällig, für einen Antikörpertest auf Basis einer Blutprobe sind 70 Euro fällig.

Corona Virus Bilanz – Sechs Neuinfektionen, 24 Genesene und ein Toter, das ist die Bilanz der vergangenen 24 Stunden in der Corona Pandemie auf den Kanarischen Inseln. Seit Beginn der Corona Krise gelten bereits 1.190 Personen die sich mit dem Virus infiziert haben als genesen. Damit übersteigt die Zahl der als geheilt entlassenen Patienten, die Zahl der insgesamt seit Ausbruch der Pandemie Infizierten bereits deutlich. Heute liegt das Verhältnis in der Bevölkerung bei 103,6 Corona Erkrankten pro 100.000 Einwohner

04.Mai 2020

Die neue Normalität – Keine Servietten auf den Tischen, kein Salz und Pfeffer, keine Karte – die Erfahrungen die wir ab dem 11. Mai in Bars und Restaurants sammeln werden, werden neu sein. Der Weg weg von Ausgangssperre und Alarmzustand ist geebnet und nach sechs Wochen die Zeit in den eigenen vier Wänden tot schlagen ist auf den Kanarischen Inseln vorbei. Erlaubt sind anhand eines Stundenplans je nach Altersklasse bereits Spaziergänge und Sport im Freien. Heute öffnen bereits kleine Geschäfte mit einer Ladenfläche von unter 400m². Dort müssen Termine für Kunden vergeben werden, für Personen über 65 Jahre gibt es eine eigene feste Öffnungszeit. Auch Friseure haben seit heute wieder geöffnet. Besonders bei ihnen ist die Umsetzung der Auflagen besonders herausfordernd. Sie sollen laut den Anweisungen des Gesundheitsamtes zwei Meter Abstand zu ihren Kunden halten, oder über entsprechende Schutzkleidung verfügen. Märkte finden ab dieser Woche ebenfalls wieder statt. Zwischen den Ständen muss mehr Abstand gehalten werden und innerhalb der Stände dürfen nur 25% der maximalen Kundenzahl bedient werden. Die nächste Stufe der Lockerung tritt ab dem 11. Mai in Kraft, dann mit der Möglichkeit bis zu 10 Personen maximal zu Hause zu empfangen, egal ob im Wohnzimmer oder im eigenen Garten.

7.000 Festnahmen am Sonntag – Die Lockerung der Ausgangssperre haben in Spanien gestern tausende Bürger missverstanden. 119 Personen sind festgenommen worden, Bußgeld droht rund 16.500 Bürgern in Spanien. In den meisten Fällen sind Gruppen sanktioniert worden, wie z.B. Fahrradfahrer oder Jogger, die nicht wie gefordert individuell unterwegs waren oder sich an die vorgeschriebenen Zeiten für ihre Altersgruppe gehalten haben. Alleine in Las Palmas auf Gran Canaria sind 150 Personen deswegen zur Kasse gebebten worden.

Weiteres Flüchtlingsboot vor Fuerteventura – 40 Seemeilen südwestlich von Fuerteventura hat die Küstenwache 50 Flüchtlinge gerettet. Sie waren in einem Festrumpfschlauchboot unterwegs und hatten die afrikanische Küste vor zwei Tagen mit Ziel Kanarische Inseln verlassen. An Bord befanden sich 16 Frauen, 35 Männer und zwei Babys. Eine Hilfsorganisation bei El Aaiún in Marokko hatte die spanischen Behörden über das Flüchtlingsboot informiert. Die genaue Position ist von einem Aufklärungsflugzeug der Küstenwache bereits am Samstag bestimmt worden. Alle Flüchtlinge befanden sich in einem guten gesundheitlichen Zustand.

Die Stabilität der Kurve – In den letzten Wochen ist so oft von einer Kurve gesprochen worden wie noch nie, seit dem Infektionszahlen zentral erfasst werden. Auch nicht, als in der Grippesaison 2018/2019 besonders viele Menschen mit dem Influenza A Virus erkrankt sind und stationär behandelt werden mussten. Die Zahl, die in den letzten Wochen die Titelseiten der Tageszeitungen für sich reserviert hatte, war die insgesamte Zahl der seit Beginn der Pandemie mit dem Virus infizierten Personen. Jetzt löst die Zahl der aktuell mit dem Virus infizierten Personen diesen Wert ab. In Spanien werden insgesamt noch 98.564 Patienten mit Corona Infektion behandelt, die Zahl der genesenen Personen hat die Zahl der unter Behandlung stehenden Patienten bereits überschritten, auf den Intensivstationen der spanischen Krankenhäuser werden heute weniger als 10.000 Patienten mit Covid-19 Erkrankung behandelt. Im Vergleich der einzelnen spanischen Autonomien sind die Provinzen sehr unterschiedlich von Corona und Covid-19 betroffen, vor allen in Madrid und Barcelona waren die Krankenhäuser über Wochen hinweg weit über ihre Kapazitäten hinweg im Einsatz. Auf den Kanarischen Inseln werden heute 1.059 Personen mit Corona Infektion behandelt, 0,1% der Gesamtbevölkerung der Kanaren hat sich seit Beginn der Pandemie mit dem Virus infiziert.

Stundenplan für Sport und Spaziergänge – Sport und Spaziergänge können zwischen 6.00 Uhr morgens und 10.00 Uhr und zwischen 20.00 Uhr und 23.00 Uhr getätigt werden. Personen älter als 70 Jahre dürfen zwischen 10.00 Uhr und 12 Uhr nach draußen und zwischen 19.00 Uhr und 20.00 Uhr. Kinder unter 14 Jahren in der Zeit zwischen 12.00 Uhr und 19.00 Uhr. Genutzt werden darf dafür alle öffentlichen Straßen und Wege, die Natur und der Strand. In einigen Gemeinden ist der Strandabschnitt aber weiterhin nicht zugänglich. Diese Lockerung gilt nur innerhalb der eigenen Gemeinde des Wohnsitzes. Sport und Spaziergänge beginnen von der eigenen Wohnadresse aus, das eigene Auto oder öffentliche Verkehrsmittel dürfen dafür nicht verwendet werden. Maskenpflicht gibt es nicht, das Tragen wird aber ausdrücklich empfohlen. Zeitlich begrenzt sind die Aktivitäten an der frischen Luft nur von den Zeiten für Altersgruppen, innerhalb dieser darf sich so viel bewegt werden wie es die Wünsche und Bedürfnisse jedes einzelnen zulassen. Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern sind davon ausgenommen, dort können sich Bürger bis zu 17 Stunden außerhalb ihres Grundstückes aufhalten.

01.Mai 2020

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Ein Neuinfizierter in 24 Stunden – Auf den Kanaren ist gestern nur eine weitere Person positiv auf das Corona Virus getestet worden. Insgesamt gelten bereits 1.153 Personen als genesen. Bei 2.206 Personen ist seit Beginn der Pandemie das Virus bei Tests gefunden worden. Mit den Ergebnissen der letzten Tage ist die Reproduktionszahl deutlich unter 1 gesunken, due Kurve nicht nur abgeflacht, sondern fast horizontal. Pro 100.000 Einwohner gibt es heute 102 Corona Fälle. Behandelt oder beobachtet werden heute 892 Personen die mit dem Virus infiziert sind.

Stundenplan für Sport und Spaziergänge – Sport und Spaziergänge können zwischen 6.00 Uhr morgens und 10.00 Uhr und zwischen 20.00 Uhr und 23.00 Uhr getätigt werden. Personen ab 70 Jahre dürfen zwischen 10.00 Uhr und 12 Uhr nach draußen und zwischen 19.00 Uhr und 20.00 Uhr. Kinder unter 14 Jahren in der Zeit zwischen 12.00 Uhr und 19.00 Uhr. Das geht aus einem Dokument, veröffentlich im Boletin Oficial de Espana, hervor. Genutzt werden darf dafür alle öffentlichen Straßen und Wege, die Natur  Allerdings nur innerhalb der Gemeinde des Wohnsitzes. Sport und Spaziergänge beginnen von der eigenen Wohnadresse aus, das eigene Auto oder öffentliche Verkehrsmittel dürfen dafür nicht verwendet werden. Maskenpflicht gibt es nicht, das Tragen wird aber ausdrücklich empfohlen. Zeitlich begrenzt sind die Aktivitäten an der frischen Luft nur von den Zeiten für Altersgruppen, innerhalb dieser darf sich soviel bewegt werden wie es die Wünsche und Bedürfnisse jedes einzelnen zulassen. Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern sind davon ausgenommen, dort können sich Bürger bis zu 17 Stunden außerhalb ihres Grundstückes aufhalten.

Anweisungen für Restaurants und Friseure – Ohne Terminvergabe dürfen in Spanien keine Haare geschnitten werden, das geht aus einem Dokument der Zentralregierung hervor. Friseure sind außerdem aufgefordert für Kunden über 65 Jahre eine entsprechende Uhrzeit einzurichten. Diese Verordnung gilt bis auf weiteres bis zum 11. Mai. Restaurants können wieder öffnen, dürfen aber nur Essen zum mitnehmen anbieten. Auch hier gilt eine entsprechende Uhrzeit für die Bedienung von Personen über 65 Jahre. Weiterhin im Gespräch ist, wie in Deutschland auch, eine Möglichkeit um die Bewegungsprofile der Bürger per Smartphone zu registrieren um im Fall von Infektionen mögliche Ansteckungen zu überprüfen. Dabei sollen Daten nicht personenbezogen gespeichert werden. Eine Entscheidung dazu ist in Madrid noch nicht gefallen.

Zwei Drittel waren immer zu Hause – Einer Studie der Universität von Las Palmas zu Folge waren 58% der kanarischen Bevölkerung während der seit März geltenden Ausgangssperre in Spanien zu Hause. Die Studie untersucht das Verhalten der kanarischen Bevölkerung seit Mitte März, als wegen der Corona Pandemie Ausgangsbeschränkungen verhängt worden sind. Nur 2,2% der Befragten haben während der Ausgangssperre das Haus ohne ersichtlichen Grund verlassen. Vier von Fünf Canarios gehen mit dem Virus sehr ernsthaft um und setzen die vorgeschrieben Maßnahmen auch dementsprechend um. Auf die Frage wie sie sich fühlen, antworten mehr als zwei Drittel mit Traurigkeit, die Hälfte hat Angst. Das Klima in den eigenen vier Wänden war für mehr als 50% der Befragten angenehm, bei einem Drittel hat sich das Familienverhältnis während des Alarmzustands sogar verbessert. Als große Hürde empfinden die Ausgangssperre und die damit verbundenen Konsequenzen vor allem Schüler und Studenten. Mehr als 80% machen sich Sorgen das Schuljahr oder das Semester erfolgreich abzuschließen.

28. April 2020

Liebe Landsleute,
Sie haben sich über ELEFAND (Elektronisches Erfassungssystem für Deutsche im Ausland) beim deutschen Konsulat in Las Palmas registriert. Sollten Sie zwischenzeitlich bereits nach Deutschland zurückgekehrt sein, sind Sie vom Inhalt dieses Schreibens nicht betroffen – in
diesem Fall werden Sie gebeten, Ihren ELEFAND-Eintrag wieder zu löschen und so dem Konsulat zu ermöglichen, einen verlässlichen Überblick über die Zahl derjenigen deutschen Staatsangehörigen zu erhalten, die sich aktuell in seinem Amtsbezirk aufhalten.
Angesichts der weiteren Ausbreitung von COVID-19 kommt es zu immer weitgehenderen Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr. Hiervon sind auch die Kanarischen Inseln betroffen, wie viele von Ihnen in den letzten Tagen und Wochen feststellen mussten. Aufgrund der vielen Anfragen zu Rückkehrmöglichkeiten nach Deutschland, die das Konsulat
täglich erreichen, möchten wir Ihnen hiermit Folgendes mitteilen:
Über eine Rückholaktion des Auswärtigen Amts wurden insg. 17 Sonderflüge von Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura, La Palma und Lanzarote nach Frankfurt durchgeführt. Mit diesen Sonderflügen sind weit über 3.000 deutsche Staatsangehörige aus den Kanarischen
Inseln ins Inland zurückgekehrt. Obwohl diese einmalige Rückholaktion, die sich hauptsächlich an Kurzzeiturlauber richtete – aber auch Personen mit längerem Aufenthalt offenstand – , bereits abgeschlossen wurde, gibt es für deutsche Staatsangehörige, die sich nach wie vor auf den Kanarischen Inseln befinden (z. B. weil sie hier eine Zweitwohnung
besitzen), noch immer die Möglichkeit, direkt nach Frankfurt zu fliegen. Diese kommerziellen Flüge werden von CONDOR durchgeführt, und zwar montags und freitags ab Teneriffa-Süd sowie sonntags ab Gran Canaria.
Zwar bieten einige Fluggesellschaften nach wie vor Direktflüge von mehreren Kanarischen Inseln zu verschiedenen deutschen Zielflughäfen an. In den letzten Wochen musste jedoch die Erfahrung gemacht werden, dass diese Flüge jeweils kurzfristig abgesagt wurden, und es muss damit gerechnet werden, dass dies auch weiterhin der Fall sein wird.
Da nicht feststeht, wie lange die oben genannten Flüge ab Teneriffa bzw. Gran Canaria nach Frankfurt von CONDOR noch durchgeführt werden, empfiehlt das Konsulat allen, die jetzt oder demnächst nach Deutschland reisen möchten, baldmöglichst einen dieser Flüge zu nutzen.
Direktflüge ab Fuerteventura, Lanzarote oder La Palma wird es aller Voraussicht nach in den
nächsten Wochen (und vielleicht sogar Monaten) nicht geben. Allerdings gibt es auch
während des von der spanischen Regierung verhängten Alarmzustands noch die
Möglichkeit, die von BINTER täglich nach Teneriffa-Nord bzw. Gran Canaria durchgeführten
Flüge zu nutzen. Darüber hinaus existieren weiterhin Fährverbindungen mit NAVIERAS
ARMAS bzw. FRED OLSEN, wenn auch mit stark reduziertem Fahrplan. Die Nutzung einer
Fähre empfiehlt sich insbesondere dann, wenn ein größeres Haustier mitgenommen werden
soll, was auf BINTER-Flügen oft nicht möglich ist.
Während des Alarmzustands ist die Nutzung des interinsularen Flug- oder Fährverkehrs
zwar nur in besonderen Ausnahmefällen möglich – wenn allerdings über ein entsprechendes
Ticket der Nachweis erbracht wird, dass unmittelbar anschließend die Weiterreise an den
deutschen Wohnsitz erfolgt, ist die Nutzung dieser Zubringer ausdrücklich erlaubt.
Wenn Sie von einer der kleineren Inseln kommen, wird in aller Regel eine
Zwischenübernachtung auf Teneriffa oder Gran Canaria notwendig. Hierzu stehen Ihnen
einige Hotels offen, die von der spanischen Regierung ausgewählt wurden, um für dringende
Fälle auch während des Alarmzustands zur Verfügung zu stehen. Darüber hinaus können
über einschlägige Internetportale nach wie vor Privatunterkünfte gebucht werden, in denen
teilweise auch Haustiere zugelassen sind.
Für diejenigen, die sich auf Gran Canaria oder Teneriffa aufhalten, sollte die Rückreise nach
Deutschland (solange die o.a. Flugmöglichkeiten noch existieren) kein besonderes Problem
darstellen.
Sofern Sie sich auf einer anderen Insel befinden, können Sie sich gerne telefonisch oder per
E-Mal an dieses Konsulat wenden, um nähere Auskünfte einzuholen. Es wird allerdings
darauf hingewiesen, dass Sie alle Angelegenheiten, die die Mitnahme von Haustieren
betreffen, unmittelbar mit CONDOR, BINTER, der Fährgesellschaft bzw. mit der für die
Zwischenübernachtung vorgesehenen Unterkunft regeln müssen.
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Darüber hinaus möchten wir Ihnen die Lektüre des Frage- und Antwortkatalogs auf der
gemeinsamen Internetseite der deutschen Auslandsvertretungen in Spanien unter
www.spanien.diplo.de empfehlen. Dort finden Sie wichtige Informationen, z.B. zu den
Quarantänebestimmungen in Deutschland, zur Rückreise mit dem eigenen Kfz oder zu den
Einreisebestimmungen für Deutschland und Spanien. Bitte beachten Sie auch die stets
aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise unter www.spanien.diplo.de
Das Konsulat Las Palmas können Sie wie folgt erreichen:
E-Mail: info@lasp.diplo.de
Tel.: +34 – 928 491 880
Mit freundlichen Grüßen und guten Wünschen für Ihre Gesundheit