Mix Radio Gran Canaria

28. März 2020

Sondermeldung

Im Zuge der Rückholaktion für deutsche Urlauber im Ausland fliegen morgen die letzten Maschinen von Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura nach Deutschland. Zwischen 14:20 Uhr und 15:15 Uhr starten auf diesen drei kanarischen Airports Flüge nach Frankfurt am Main. Die Flüge werden für diejenigen Urlauber angeboten, deren Rückflug bereits erfolgen sollte aber storniert worden ist. Gebucht werden können diese Flüge online auf der Webseite von Condor.de. Laut einem Schreiben des deutschen Konsulats in Las Palmas auf Gran Canaria handelt es sich um die letzten Flüge die im Zuge des Rückholprogramms des Auswärtigen Amtes angeboten werden. Um einen der drei Flüge antreten zu können, ist das Mitführen eines ausgefüllten Formulars unerlässlich – dieses Registrierungsformular kann als PDF auf unserer Webseite heruntergeladen werden.

27. März 2020

Corona Virus Bilanz – Die Zahl der Corona Neuinfektionen innerhalb der letzten 24 Stunden liegt auf den Kanarischen Inseln bei 94, damit leiden 878 Patienten auf dem Archipel an Covid-19 und werden entweder stationär im Krankenhaus behandelt oder stehen unter häuslicher Quarantäne. 27 Patienten sind bisher in der kanarischen Autonomie mit Covid-19 gestorben. In Spanien liegt die Zahl der mit Corona infizierten Patienten heute bei 56.188. 4098 Personen sind mit Covid-19 verstorben. Als geheilt entlassen werden konnten bisher in Spanien 7.015 Personen.

Wieder Schlangen an den Supermärkten – Zahlungen von Renten und Pensionen oder finanzielle Hilfen wegen der Corona Krise haben erneut zu einer hohen Frequenz von Kunden in den kanarischen Supermärkten geführt. Die Schlangen vor den Supermärkten sind auch deswegen so lang, weil nur noch eine begrenzte Zahl von Kunden sich gleichzeitig in den Räumlichkeiten aufhalten darf und ein Mindestabstand in den Gängen und an den Kassen einzuhalten ist. Lebensmittel gibt es genug. Die Lagerhallen der Supermärkte sind gut gefüllt und reichen laut einem Sprecher der Supermarktkette Hiperdino für drei bis sechs Monate. Auch die Lieferung von frischem Gemüse und Obst sei gesichert, so Hiperdino. Verzehnfacht haben sich die Bestellungen über die Onlineportale der Supermärkte, diese lagen vor Corona und der Ausgangssperre bei 2% im Vergleich zum Abverkauf in den Filialen.

Kreative Ideen in der Krise – Auf die Engpässe bei Gesundheitsmaterial haben auf dem Archipel verschiedene Schneider und Näher reagiert. Sie stellen wiederverwendbare Mundschutze aus Stoff her. In der Gemeinde Santa Lucia de Tirajana auf Gran Canaria hat die Gemeindeverwaltung zusammen mit 22 kleineren Unternehmen eine regelrechte Lieferkette entwickelt und sorgt sowohl für die Desinfizierung der Stoffmasken, als auch für die sterile Neuverpackung. So konnten in den letzten Tagen alle Mitarbeiter der Gemeinde mit Mundschutzen ausgestattet werden. Es gibt spanienweit in allen Regionen und Gemeinden einen Engpass bei Schutzkleidung um Ansteckungen durch das Corona Virus zu verhindern. Auf den Kanarischen Inseln haben sich deswegen rund 150 Ärzte und Krankenschwestern deswegen mit dem Virus infiziert.

Weitere Flüchtlinge an den Küsten – Die weltweite Corona Pandemie stoppt Menschen die wegen Armut, Hunger oder Krieg flüchten nicht. Innerhalb der vergangenen sieben Tage sind 177 Flüchtlinge in Booten an den kanarischen Küsten angekommen. Weniger als im Vergleich der Wochen zuvor, ihre Unterbringung dafür aber unvergleichlich schwieriger geworden. Eine Rückführung bei abgelehntem Asyl aktuell so gut wie unmöglich. War es vor der Pandemie schwer mit Herkunftsländern über eine Aufnahme zu verhandeln, ist es aktuell unmöglich. Die Chance auf einen legalen Aufenthaltsstatus ist für die Flüchtlinge in der aktuellen Krisensituation enorm gestiegen. 60 Tage hat der Staat Zeit den Status jedes einzelnen Flüchtlings zu ermitteln, danach ist eine Rückführung gesetzlich nicht mehr möglich. Die 14-tägige Quarantäne, unter der jeder Migrant steht, erschwert die Arbeit der Ermittler. Bisher gibt es in keinem Migrationszentren auf den Kanarischen Inseln einen Fall von Corona.

Solidarität in schweren Zeiten – Eine neue App richtet sich in Spanien an junge hilfsbereite Menschen gleichermaßen wie an hilfsbedürftige Ältere. Besonders die älteren Bürger, die zur Risikogruppe gehören, sollen zu Hause bleiben – die App Covida soll ihnen das tägliche Leben erleichtern. Aktuell nur für Android Betriebssystem verfügbar, richtet sich an junge Freiwillige und Menschen aus der Risikogruppe. Beide Bevölkerungsgruppen können sich auf der App anmelden und Hilfe anbieten oder fordern. Es geht um Supermarkteinkäufe oder Medikamentenbeschaffung. Eduardo Fierro, ist der Erfinder und stammt aus Fuerteventura. Mit einer Home Sharing App hatte er bereits vor der Krise Erfolg. In den Zeiten von teuren Mieten und Wohnraumnot hat Eduardo eine App programmiert, mit der ältere hilfsbedürftige Personen in ihrer Wohnung jungen Menschen auf der Suche nach Wohnraum ein Zimmer anbieten konnten. Die Win Win Situation führte zu geringen Lebenshaltungskosten für beide Parteien und weniger Einsamkeit bei den Älteren. Die neue App Covida ist mit der Unterstützung des kanarischen Sozialamtes entstanden und hat seit Montag bereits rund 1.000 Teilnehmer auf dem Archipel gewonnen. 451 ältere Menschen bitten um Hilfe beim Einkaufen, um Medikamente zu besorgen oder für einen Arztbesuch – 560 Freiwillige bieten ihre Hilfe an. https://covida.app/

26. März 2020

55 neue Infizierte unter Ärzten und Krankenpflegern – Das Resultat aus fehlenden Schutzausrüstungen in kanarischen Krankenhäusern sind 55 neue Infizierte unter Ärzten und Krankenschwestern innerhalb der letzten 24 Stunden. Gestern waren es noch 95 neue Patienten die im Gesundheitsbereich auf dem Archipel tätig sind, heute sind es 150. Der Großteil ist zwischen 40 und 49 Jahre alt und weiblich. Die neuen Infizierten brauchen nicht alle eine stationäre Behandlung im Krankenhaus, die Symptome ermöglichen eine Behandlung unter Quarantäne zu Hause, in Krankenhäusern fehlt ihre dringend benötige Arbeitsleistung trotzdem. 22,8% der Ärzte und Krankenschwestern auf den Kanarischen Inseln hat sich mit Corona infiziert, auf dem spanischen Festland liegt ihre Zahl bei 12%. Eine einstweilige Verfügung der Ärztekammer ist vom Obersten Spanischen Gerichtshof abgelehnt worden, in der die Ärztekammer eine Lösung innerhalb von 24 Stunden gefordert hat um ihre Mitglieder vor Infektionen zu schützen. In allen spanischen Autonomien fehlt es an entsprechender Schutzkleidung, Handschuhen und Mundschutzen für Sanitätsmitarbeiter. Auf den Kanarischen Inseln hat die Situation bereits eine Personalie gefordert. Die bisherige Gesundheitsministerin Teresa Cruz wird mit sofortiger Wirkung Julio Pérez ersetzt, der bisher als Minister Justiz und Sicherheit im Kabinett von Präsident Ángel Victor Torres tätig war.

Militär führt erste Verhaftungen durch – Seitdem eine einstweilige Ausgangssperre in Spanien gilt, patrouilliert das Militär zusammen mit Guardia Civil Beamten und Policia Local auf den Straßen. Das dieses Organ des Staates durchaus alle Befugnisse besitzt haben gestern in Vecindario auf Gran Canario eine Gruppe von Jugendlichen bemerkt, die sich über die Ausgangssperre hinweggesetzt haben. Zwischen einer Gruppe von 15 Personen ist es zu einem Streit in einem besetzten Haus gekommen. Während des Einsatzes der Beamten konnten verschiedener Mitglieder der Gruppe flüchten. Die Soldaten konnten mit Hilfe von Hunden drei Mitglieder der Gruppe in der Calle Guayedra stellen, unter den Jugendlichen ein Marokkaner und zwei Uruguayer. Es ist das erste Mal seit dem Ende der Diktatur in Spanien, dass Soldaten Bürger wegen Verstößen gegen das Gesetz verhaften.

Steuerrückzahlungen – An den Fristen für Steuererklärungen in Spanien wird nichts geändert. Wohl aber an den Fristen für die Rückzahlungen. Ab dem 1. April können Steuererklärungen beim spanischen Finanzamt eingereicht werden. Am 30. Juni endet die Frist für die sogenannte „Renta 2019“. Die Rückzahlungen sollen wegen der aktuellen „Corona-Virus“-Krise aber bereits ab dem 3. April beginnen. Im Schnitt sind bei 70% der Steuererklärungen in Spanien Rückzahlungen an die Steuerzahler fällig, für die betroffenen Bürger mit Steuernachzahlungen hat die spanische Regierung eine Frist bis Ende Juni eingeräumt und die Summe entweder als Einmalzahlung oder in Raten vom Konto abbuchen. 90% der Steuerzahler reichen ihre Steuererklärung mittlerweile Online ein. Eine Steuererklärung ist für alle obligatorisch die in 2019 mehr als 14.000 Euro eingenommen haben, bei verheirateten Paaren liegt das Limit bei 22.000.

Kurzarbeit in Spanien – Die größte spanische Kaufhauskette El Corte Inglés schickt 26.000 Mitarbeiter komplett in Kurzarbeit und garantiert mit Hilfe von Staatshilfen eine Lohnfortzahlung von bis zu 100%. Betroffen sind Mitarbeiter der Kaufhäuser, der Lagerhallen und der Reiseagentur von El Corte Inglés. Die Angestellten der Supermärkte der Kette sind nicht davon betroffen, diese sind weiterhin geöffnet. Auch andere Unternehmen haben bereits tausende Angestellte in Kurzarbeit geschickt, darunter der Automobilhersteller SEAT, Burger King oder Dominos Pizza mit Mitarbeiterzahlen zwischen 14.000 und 22.000 Mitarbeitern.

Hotels für Transport, Militär und Sanitär – 14 Hotels auf den Kanarischen Inseln werden wieder geöffnet, 370 Hotel insgesamt in Spanien. Diese Etablissements werden in vollem Umfang betrieben um in der Corona-Krise allen Beamten von Staatsorganen und Mitarbeitern im Gesundheitswesen oder Transport eine Unterkunft und Verpflegung zu gewährleisten. Auf dem Archipel werden 14 Hotels geöffnet, fünf auf Teneriffa, zwei auf Gran Canaria, drei auf Fuerteventura, zwei auf Lanzarote und jeweils eins auf La Gomera und El Hierro. Diese Übernachtungsmöglichkeiten stehen außerdem für Mitarbeiter von Telekommunikations-, Strom- und Gasunternehmen zur Verfügung die wegen Wartungs- oder Installationsarbeiten ihren Wohnort verlassen müssen. Touristen die bisher nicht die Heimreise antreten konnten, sollen ebenfalls in diesen Hotels unterkommen.

25. März 2020

Wieder mehr Infizierte – Die Corona Pandemie schreitet auch auf dem Archipel mit mehr Infizierten als gestern weiter voran. Bei 657 positiv auf getesteten Patienten lag die Zahl gestern Abend. Gestern gab es fünf Tote, die an Covid-19 gestorben sind, 21 insgesamt seit Ausbruch der Corona Virus Welle auf dem Archipel. Positiv auf den Virus getestet worden sind auf Teneriffa 338 Personen, auf Gran Canaria waren es gestern Abend 158. 18 Fälle sind auf Fuerteventura registriert, auf Lanzarote gibt es 13 Corona Patienten. Von überfüllten Krankenhäusern gibt es auf den Kanarischen Inseln bisher keine Meldungen, ein Großteil der Corona Patienten verbringt die Tage in häuslicher Quarantäne. 207 Patienten werden stationär behandelt, auf Intensivstationen liegen 36 Personen wegen Covid-19.

Schutzausrüstung geliefert – Zwei Maschinen des Militärs sind gestern auf Gando auf Gran Canaria und Los Rodeos auf Teneriffa gelandet. Hunderte Paletten mit Schutzausrüstung, Handschuhe und Atemgeräte hatten sie an Bord um Mitarbeiter in Krankenhäusern und Centros de Salud zu versorgen und um die Intensivstationen aufzurüsten im Kampf gegen Corona. Die Lieferungen enthalten nicht nur Sanitätsprodukte im Auftrag der Zentralregierung sondern auch Material aus Spenden. Genauso wie die deutsche Bundesregierung hat die spanische Zentralregierung enorme Schwierigkeiten Schutzausrüstung zu bestellen und ist wegen des Weltmarktes auf Lagerbestände spanischer Privatunternehmen angewiesen.

Fiebermessen am Gate – 1.700 Passagieren ist in den vergangenen Tagen an den Flugsteigen die Körpertemperatur gemessen worden. Keine hundert prozentige Sicherheit, um an Corona erkrankte Passagiere zu identifizieren, aber im Bereich der zumutbaren Möglichkeiten der Regierung. Mitarbeiter des Roten Kreuzes arbeiten zusammen mit Beamten der Guardia Civil und überprüfen die Körpertemperatur von jedem Fluggast der mit einem der 17 noch verbleibenden Maschinen täglich auf den Kanarischen Inseln landet, unabhängig woher er kommt. Bisher musste nicht einmal das Notfallprotokoll wegen Fieber oder erhöhter Temperatur ausgelöst werden.

Rückflüge nach Deutschland – Der Flugverkehr ist auf kanarischen Flughäfen wegen der Corona Pandemie eingeschränkt, aber nicht eingestellt. Rückflüge nach Deutschland können auf den verschiedenen Webseiten der Fluggesellschaften weiterhin wie früher gebucht werden, lediglich das Flugangebot ist eingeschränkt. Fluggesellschaften wie Condor, Tui oder EuroWings bieten Passagieren kostenlose Möglichkeiten zum Umbuchen, sollte ein geplanter Flug gestrichen worden sein. Sowohl von Gran Canaria, als auch von Lanzarote, Fuerteventura oder Teneriffa gibt es Möglichkeiten in den kommenden Tagen nach Deutschland zurückzufliegen. Außerdem bietet die Deutsche Bahn in Zusammenarbeit mit der Rückholaktion der deutschen Bundesregierung kostenlose Bahntickets an. Flugtickets oder Bordkarten werden als Fahrkarte akzeptiert, sofern eine Bahnfahrt vom Flughafen zum Heimatort notwendig ist.

Dramatische Lage in Spanien – Die Zahl der Neuninfektionen bleibt auf dem spanischen Festland dramatisch hoch. Gestern ist die Zahl der Infizierten mit 6.600 neuen Patienten auf knapp 40.000 angestiegen. Die Zahl der Todesfälle lag gestern bei 514, 2696 Personen sind in Spanien seit Ausbruch der Pandemie an Covid-19 gestorben. 14% der Infizierten arbeitet im Gesundheitsbereich, also in Krankenhäusern oder in Centros de Salud, und hat sich dort mit dem Virus infiziert.

24. März 2020

Corona Bilanz – Fünf Tote und 76 Neuinfektionen ist die Bilanz der letzten 24 Stunden in der kanarischen Autonomie. Damit gibt es aktuell auf den Kanarischen Inseln 557 Patienten die wegen des Corona Virus behandelt werden. Bisher sind 16 Patienten an Covid-19 gestorben. Weiterhin ist die Insel Teneriffa am stärksten von der Pandemie betroffen mit 61% der Infizierten insgesamt, gefolgt von Gran Canaria. Auf Fuerteventura gibt es aktuell 18 Coronafälle, auf Lanzarote sind es im Moment neun Patienten die wegen des Virus behandelt werden. Für Informationen oder Symptomen wegen Corona gibt es eine spezielle Hotline um die Notfallnummer 112 nicht zu überlasten. 900 112 061.

Enttäuscht und am Limit der Belastbarkeit – Auch auf den Kanarischen Inseln stoßen Ärzte und Angestellte in Krankenhäusern und Centros de Salud bereits jetzt an ihre Grenzen. Ein großes Problem ist die Versorgung von medizinischem Material und Schutzkleidung. Dafür ist in erster Linie die Regierung wegen Untätigkeit verantwortlich ist immer wieder zu hören. Ein weiteres Problem ist die fehlende einheitliche Vorgehensweise von Krankenhäusern, Altersresidenzen und privaten Kliniken. Die Folgen waren absehbar und wurden auch in den vergangenen Wochen von Ärzten immer wieder kritisiert. Das Ergebnis sind 95 Ärzte und Krankenpfleger die sich bereits mit dem Virus infiziert haben und weitere 50 in Quarantäne deswegen.

300.000 Arbeitsplätze verloren – Coronavirus und Ausgangssperre haben bereits jetzt zur Vernichtung von rund 300.000 Arbeitsplätzen geführt. Die Prognose war für die spanische Wirtschaft bereits vor der Coronakrise nicht positiv, jetzt sieht die Zukunft in der spanischen Wirtschaft noch düsterer aus. Es sollen laut einer Prognose von Ceprede, einem Wirtschaftsforschungsinstitut, bis zu 2,5 Millionen Arbeitsplätze wegen der Pandemie betroffen sein. Am stärksten wird es der Hochrechnung zu Folge Selbständige und kleine Unternehmen treffen. Alleine der Gastro- und Hotelsektor wird bis zu 8% seiner Beschäftigung verlieren. Profitieren wird der Statistik zu Folge der öffentliche Bereich, hier sollen mehr Arbeitsplätze wegen der Krise entstehen.

Verstöße gegen Ausgangssperre – Ein Pokemonjäger, ein Polizist beim Joggen oder ein Mann der seinen Stoffhund ausgeführt hat – einige Fälle zaubern ein Schmunzeln ins Gesicht, andere nicht. Insgesamt verhalten sich Bürger in Spanien aber den Vorschriften entsprechend und halten sich an die allgemein verhängte Ausgangssperre. Seitdem Sanktionen verhängt worden sind hat die Polizei 81.000 Sanktionen wegen Verstößen verhängt, 777 Personen sind deswegen vorrübergehend verhaftet worden, 95 Personen pro Tag. Der Pokemonjäger, der mit einer Geldstrafe von 605 Euro belegt worden ist, war übrigens 77 Jahre alt und ist am Sonntag in Madrid auf offener Straße von der Polizei kontrolliert worden.

Corona Bilanz

23. März 2020

Ausgangssperre bis zum 11. April – Regierung und Opposition werden einer Verlängerung der Ausgangssperre in Spanien bis zum 11. April am Mittwoch zustimmen. Am Mittwoch wird darüber im Parlament in Madrid abgestimmt. Das Ergebnis steht heute bereits fest. Das Coronavirus breitet sich in Spanien deutlich schneller aus als in Italien. Gestern lag die Zahl der Infizierten bei 28.572 Personen, 3.646 Fälle mehr als noch am Samstag. 1.720 Patienten sind an Covid-19 gestorben, über 1.000 Tote alleine in der Region Madrid. 47 Millionen Spanier dürfen nur in berechtigten Ausnahmefällen, wie etwa zum Einkaufen, Arztbesuch oder um zu arbeiten, auf die Straße. Mehrere Regionalregierungen, darunter die von Katalonien, verlangen, dass die Einschränkungen noch verschärft werden. Sie wollen, dass alle Betriebe und Behörden, die nicht die unmittelbare Grundversorgung der Bevölkerung gewährleisten, für 14 Tage komplett schließen. Die Polizei hat in der ersten Woche über 30.000 Bußgeldbescheide wegen Verstoß gegen die Ausgangsbeschränkungen ausgestellt. 350 Menschen wurden sogar verhaftet. In Madrid wird zusätzlich zu den neun Nothospitälern in Hotels, in denen weniger schwere Fälle behandelt werden, von der Armee ein riesiges Notlazarett auf dem Messegelände errichtet, das vor kurzem noch den Klimagipfel COP beherbergte. Erst einmal sind es 1.300 Betten und 96 Intensivplätze. Doch es soll so schnell wie möglich auf 3.000 Betten ausgebaut werden. Falls nötig, könne die Einheit für Notfälle der spanischen Streitkräfte auf 5.000 aufstocken, heißt es seitens der Behörden. In Barcelona, mit bisher 191 Toten, werden drei Hotels zu Krankenhäusern umfunktioniert, und die Regierung des Baskenlands, mit bisher 97 Toten, arbeitet mit Hochdruck an einem Plan für zusätzliche Kapazitäten. Aktuell werden in Spanien 15.000 Personen täglich auf das Corona Virus getestet. Diese Zahl soll laut einem Sprecher des Gesundheitsministeriums in Madrid auf 80.000 täglich landesweit ausgeweitet werden.

Coronavirus Bilanz Kanaren – Auf den Kanarischen Inseln sind am Wochenende zwei weitere Patienten an Covid-19 gestorben. Die meisten Fälle von Infizierten verzeichnet weiter die Insel Teneriffa mit 31 neuen Patienten am Wochenende, gefolgt von Gran Canaria mit 12 Neuinfektionen. Insgesamt gibt es in der kanarischen Autonomie 414 Fälle des Corona Virus, neun Patienten haben Covid-19 nicht überlebt.

Reisebeschränkung Spanien – In Spanien gilt neben der Ausgangssperre seit heute Nacht auch eine Reisebeschränkung. Häfen und Airports sind grundsätzlich geschlossen – nur noch in Ausnahmefällen können Passagiere einreisen: ausgenommen davon sind Warenlieferungen grundsätzlich, außerdem Reisen wegen beruflicher Tätigkeit, Sanitätspersonal uneingeschränkt. Wegen der Pflege oder Versorgung von pflegebedürftigen Angehörigen gibt es innerhalb Spaniens keinerlei Reisebeschränkung.

Ausnahmen sind die beiden Exklaven Ceuta und Melilla. In beiden Autonomien sind die Grenzen nach Marokko komplett dicht. Sowohl für den Personenverkehr, als auch für den Luftverkehr. Ausnahmen gibt es für europäische Residenten mit festem Wohnsitz in einer der beiden Autonomien und spanische Staatsbürger.

Coronavirus Hotline – 270.000 Mal ist die neue Infohotline zum Thema Corona Virus auf den Kanarischen Inseln in 11 Tagen gewählt worden. Das entspricht rund 24.545 Anrufern pro Tag. Um die Notruf-Hotline 112 zu entlasten, hat die Regionalregierung eine Corona-Hotline unter der Nummer 900 112 061 eingerichtet.

Sturmwarnung – Für die kanarische Autonomie gilt aktuell eine Sturmwarnung. Der spanische Wetterdienst hat gestern Abend Alarmstufe Gelb für alle acht Inseln ausgegeben. Es wird mit Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometer pro Stunde gerechnet. Besonders betroffen sind Teneriffa und Gran Canaria. Auch auf La Palma, La Gomera und El Hierro liegt die Windgeschwindigkeit im Sturmbereich, hier werden bis zu 80 km/h erreicht. Auf allen Inseln kann es bis zu 25 Liter Niederschlag pro Quadratmeter in den kommenden 24 Stunden geben. An den Küstenabschnitten des Archipels wird mit bis zu fünf Metern Wellen gerechnet. Die aktuelle Sturm- und Regenwarnung gilt bis mindestens bis morgen Abend.

Gewinner in der Krise – In jeder Krise gibt es Unternehmen die von der Situation profitieren. Neben den Herstellern von Sanitätsprodukten sind das auf den Kanarischen Inseln aktuell vor allem Lieferdienste für Fast Food. Uber Eats, Glovo oder JustEat haben alle Hände voll zu tun, um die stark gestiegene Zahl der Neukunden zufriedenzustellen. Bei der Übergabe der Mahlzeiten spielen sich allerdings außergewöhnliche Szenen ab. Diese reichen von Seilen aus höheren Stockwerken, um das Essen hochzuziehen, bis hin zu anonymen Übergaben auf dem Teppich-Vorleger vor der Eingangstür. Wegen der Ausgangssperre bleiben alle Bars, Kaffees und Restaurants geschlossen. Die Tageszeitung EL ESPAÑOL hat bei allen Supermärkten mit Online Service eine Bestellung über 30 Euro aufgegeben, darunter auch Alcampo, Carrefour, El Corte Ingles oder Amazon, die für frische Produktlieferungen während der Ausgangssperre werben. Das Ergebnis ist ernüchternd: bis zu 10 Tage müssen Kunden wegen des hohen Bestellaufkommens auf ihre Lieferung warten.

Rückflüge nach Deutschland möglich – Es gibt weiterhin buchbare Rückflüge nach Deutschland. Die von der Regierung verhängten Reisebeschränkungen gelten nicht für die Ausreise aus Spanien.  Gebucht werden kann auf der Webseite von Eurowings und Condor kurzfristig. Der Flugbetrieb auf den kanarischen Flughäfen ist nicht eingestellt, sondern lediglich eingeschränkt. Die Fluggesellschaften aktualisieren regelmäßig die noch verfügbaren Rückflüge für die kommenden 72 Stunden. Sowohl von Lanzarote, Fuerteventura als auch von Gran Canaria besteht die Möglichkeit in den kommenden drei Tagen nach Deutschland zurück zu fliegen. Rückreisen auf die Kanarischen Inseln sind nur noch für Residenten mit festem Wohnsitz in der kanarischen Autonomie möglich. Wegen der enorm hohen Zahl von Anrufern, haben die Fluggesellschaften die Zahl der Mitarbeiter bei den Service Hotlines aufgestockt. Trotzdem beträgt die Wartezeit mehr als 60 Minuten. Die Fluggesellschaft TUI z.B. empfiehlt für kurzfristig buchbar Flüge eine E-Mail zu schreiben und bereits im Betreff Abfug- und Zielort sowie Datum und Uhrzeit anzugeben, damit diese Mails vorrangig bearbeitet werden können. Auf der Webseite von TUI sind aktuell keine Flüge mehr buchbar, obwohl TUI weiterhin deutsche Urlauber nach Hause fliegt. Auf den Webseiten von EuroWings und Condor besteht bis heute weiterhin die Möglichkeit zu buchen.

20. März 2020

Solidarität in schweren Zeiten – Eine neue App richtet sich in Spanien an junge hilfsbereite Menschen gleichermaßen wie an hilfsbedürftige Ältere. Besonders die älteren Bürger, die zur Risikogruppe, gehören sollen zu Hause bleiben – die App Covida soll ihnen das tägliche Leben erleichtern. Aktuell nur für Android Betriebssystem verfügbar, richtet sich an junge Freiwillige und Menschen aus der Risikogruppe. Beide Bevölkerungsgruppen können sich auf der App anmelden und Hilfe anbieten oder fordern. Es geht um Supermarkteinkäufe oder Medikamentenbeschaffung. Eduardo Fierro, ist der Erfinder und stammt aus Fuerteventura. Mit einer Home Sharing App hatte er bereits vor der Krise Erfolg. In den Zeiten von teuren Mieten und Wohnraumnot hat Eduardo eine App programmiert, mit der ältere hilfsbedürftige Personen in ihrer Wohnung jungen Menschen auf der Suche nach Wohnraum ein Zimmer anbieten konnten. Die Win Win Situation führte zu geringen Lebenshaltungskosten für beide Parteien und weniger Einsamkeit bei den Älteren. Die neue App Covida ist mit der Unterstützung des kanarischen Sozialamtes entstanden und hat seit Montag bereits rund 1.000 Teilnehmer auf dem Archipel gewonnen. 451 ältere Menschen bitten um Hilfe beim Einkaufen, um Medikamente zu besorgen oder für einen Arztbesuch – 560 Freiwillige bieten ihre Hilfe an. https://covida.app/

Bußgelder wegen Verstößen gegen Ausgangssperre – Wegen Verstößen gegen die verhängte Ausgangssperre sind alleine in der Gemeinde La Laguna auf Teneriffa gestern 30 Geldstrafen verhängt worden. Belastbare Zahlen aus anderen kanarischen Gemeinden liegen bisher nicht vor. 300 Fahrzeuge sind gestern von Beamten der Polizei angehalten worden, ihre Insassen konnten in den meisten Fällen einen vertretbaren Grund angeben, warum mehr als eine Person im Fahrzeug sitzt. Um die Ausbreitung von Corona Viren einzudämmen hat der Staat verschiedene Maßnahmen verhängt, für Spanien gilt weiterhin eine landesweite Ausgangssperre.

Vierter Corona Toter in der kanarischen Autonomie – 65 neue Corona Virus Fälle gab es gestern auf dem Archipel, eine 80-jährige Frau ist auf Teneriffa an Covid-19 gestorben. Aktuell sind rund 300 Personen in der kanarischen Autonomie mit dem Virus infiziert, 38 davon sind Mitarbeiter in Krankenhäusern oder Centros de Salud. Das Isolierung im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus funktioniert, zeigen Beispiele wie El Hierro, La Gomera, Lanzarote und La Palma. Während sich die Zahl der Infizierten auf Teneriffa im Vergleich zum Sonntag mehr als verdoppelt hat, gibt es auf El Hierro bisher keinen Fall von Corona. Auf La Gomera und La Palma gibt es einen bzw. drei Patienten die wegen Corona behandelt werden. Auch auf Lanzarote ist die Ausbreitung des Virus mit sieben positiv getesteten Patienten kontrolliert. Sorge bereitet den Behörden die Zahl der infizierten Mitarbeiter im Gesundheitsbereich. 38 Infizierte gehen einer Tätigkeit in Krankenhäusern oder Gesundheitszentren nach.

Spanien schließt landesweit Hotels und Appartementanlagen – Innerhalb von sieben Tagen müssen in Spanien alle Hotels und Appartementanlagen schließen. Das hat die Zentralregierung im Kampf gegen Covid-19 entschieden. 423.000 Hotel- und Appartementbetten auf dem Archipel bleiben damit in den kommenden Wochen leer. Hunderttausende Urlauber bleiben dem Archipel fern, Reise und Flüge werden storniert. 68.000 Angestellte sind damit ohne Beschäftigung auf den Kanarischen Inseln, knapp zwei Drittel sind festangestellt. Sicherheits- und Wartungstätigkeiten in den Etablissements sind davon nicht betroffen. Mit dem Vizepräsidenten Pedro Iglesias hat die Zentralregierung gestern nochmal über die finanziellen Hilfen informiert. Sowohl Autonomieregierungen als auch Gemeindeverwaltungen erhalten weitreichende finanzielle Mittel als auch die betroffenen Arbeitnehmer. Sozialversicherungsbeiträge sollen gestundet werden, Hypothekenraten werden ausgesetzt, Arbeitslosengeld soll auch für diejenigen zur Verfügung stehen die aufgrund ihrer zu kurzen Vertragslaufzeit eigentlich keinen Anspruch darauf haben.

CoronaCiao Bewegung in der Corona Krise – Die Ansprache von Spaniens König Felipe an die spanische Bevölkerung um ihnen Mut in der Corona Krise zu zusprechen hat in Spanien eine landesweite Protestwelle ausgelöst. CoronaCiao, zu Deutsch „Tschüss Krone“, ist eine Reaktion auf einen neuen Korruptionsskandal im spanischen Königshaus. Mit Topfschlagen haben Bürger landesweit auf ihren Balkonen und an offenen Fenstern ihrem Unmut Luft gemacht. Die Protestwelle hat am späten Mittwochabend begonnen. Spanische Medien sprechen von einem „historischen Topfschlagen“, die linke Regierungspartei Podemos begrüßt die Bewegung der Bevölkerung. Konkret geht es um eine neue Korruptionsaffäre des ehemaligen spanischen Königs Juan Carlos. 100 Millionen US Dollar soll Juan Carlos 2008 aus Saudi-Arabien kassiert haben. Spanische und Schweizer Justiz ermitteln deswegen. Immer mehr Bürger fordern das das Schwarzgeld für den Kampf gegen die Coronavirus-Krise gespendet wird. Eine entsprechende Petition ist auf Change.org bereits von 300.000 Personen unterzeichnet worden.

19. März 2020

Flughäfen auf den Kanarischen Inseln schließen weitestgehend, in den Häfen auf dem Archipel dürfen nur noch Schiffe mit Warenlieferungen anlegen. Diese Entscheidung hat die Regionalregierung gestern veröffentlicht um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Von gestern auf heute ist die Zahl der infizierten Personen in der kanarischen Autonomie um 75 auf 220 gestiegen. Ab heute gibt es statt 115 Flugverbindungen täglich zum spanischen Festland nur noch 17. Geflogen werden darf nur noch in Ausnahmefällen: Rückreisen zum Heimatort, Pflege von Familienangehörigen oder Arbeitsreisen sind erlaubt. Alle Passagiere die auf dem Archipel ankommen, werden am Flughafen einer Gesundheitskontrolle unterzogen. Passagiere, die von den Kanarischen Inseln aufs spanische Festland fliegen oder zu anderen Zielen in Europa, sind von der Kontrolle nicht betroffen. Die deutsche Regierung organisiert zusammen mit der Fluggesellschaft Condor Heimflüge für gestrandete Touristen auf den Kanarischen Inseln. Dafür ist eine Registrierung auf der Webseite https://www.condor.com/tca/de/fly-home notwendig. Bereits gestern sind von Gran Canaria sieben Maschinen von Gando aus zu sieben deutschen Flughäfen gestartet. Heute sind drei Maschinen von Fuerteventura aus geplant. Morgen fliegt Condor von Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote zu sieben deutschen Airports. Eine entsprechende Liste von Flügen ist auf der Webseite von Condor ebenfalls veröffentlicht.

Kollaps auf Gando – Touristen aus allen möglichen Teilen Europas standen gestern auf dem Flughafen auf Gran Canaria Schlange um nach Hause zurück zu kehren. Von Sicherheitsabstand oder anderen Vorkehrungen um eine Ansteckung durch das Coronavirus zu vermeiden war nichts zu sehen. Dicht gedrängt waren vielen von ihnen die Sorgenfalten ins Gesicht geschrieben. Geplant fliegen konnte nur ein Teil von ihnen. Ähnliche Bilder waren auch auf anderen Flughäfen zu sehen. Regionalregierung und Gesundheitsamt haben gestern nochmal an die Bevölkerung appelliert und jeden einzelnen Bürger aufgefordert, sich an die sanitären Vorgaben während der Ausgangssperre zu halten. Dazu gehört auch ein entsprechender Mindestabstand zu seinen Mitmenschen von mindestens 1,5 Metern, besser 2 Meter, einzuhalten. Innerhalb Europas sorgen die Regierungen und Fluggesellschaften dafür, alle Touristen geordnet nach Hause zu bringen. Bis dieser Vorgang abgeschlossen ist, kann es bis zu 10 Tagen dauern. Betroffene Touristen werden aufgefordert Ruhe zu bewahren und Verständnis für die außergewöhnliche Situation aufzubringen.  

Spanische Fußballliga vor dem Aus – Den spanischen Fußballigen droht wegen des Coronavirus das Aus in der aktuellen Saison. Das hat der Präsident der Real Federación Española de Fútbol, kurz RFEF, gestern bekannt gegeben. Laut Luis Rubiales wird darüber wegen der aktuellen Lage intern diskutiert. Eine Entscheidung gibt es wegen der unübersichtlichen und schlecht einzuschätzenden Lage aber noch nicht. Sollte es zu einem vorzeitigen Ende der aktuellen Spielzeit kommen, sind zwei Szenarios denkbar. Entweder gibt es einen Schnitt am Ende der Hinrunde oder aber es zählen die erspielten Punkte bis zum Abbruch der Saison. Eine dritte Möglichkeit die Saison doch noch zu beenden schloss Rubiales gestern auf einer Pressekonferenz nicht aus, konkrete Entscheidung könne es aber erst geben, wenn die aktuelle Situation konkret bewertet werden könne.

Atemmasken, Handschuhe und Brillen beschlagnahmt – Auf dem Flughafen Gando auf Gran Canaria sind gestern 22 Pakete beschlagnahmt worden. Ihr Inhalt besteht aus 11.000 Mundschutzen, die Adressaten sind auf Lanzarote zu finden. Bei der Aktion handelt es sich um Maßnahme des spanischen Staates, um die Versorgung des Gesundheitspersonals sicherzustellen. Ähnliche Aktionen gab es auch auf dem Flughafen in Madrid und Barcelona. Gestern sind in Spanien insgesamt 70.000 dieser Mundschutze sichergestellt worden, außerdem 5.000 Schutzbrillen und 5.000 Sicherheitshandschuhe. Beschlagnahmt werden wegen des Ausnahmezustands in Spanien Lieferungen von Atemmasken, Mundschutze, Schutzanzüge, Sicherheitsbrillen und Sicherheitshandschuhe.

2.500 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden – Während die Zahl der Neuinfektionen in der kanarischen Autonomie noch überschaubar ist, stehen andere Regionen in Spanien bereits kurz vor dem Kollaps im Gesundheitssystem. Am schlimmsten sind die Zustände rund um die Region Madrid. Zwei Drittel der Todesfälle wegen Covid-19 in Spanien konzentrieren sich in der Hauptstadt. Laut einem Arzt im Hospital de Henares, einem Vorort von Madrid, kommt es bereits in einer Woche zu einer Katastrophe in dieser Region, wenn die Neuinfektionen weiterhin so zunehmen, wie in den vergangenen Tagen. Alleine in diesem Krankenhaus kommen pro Tag 180 Patienten mit Coronavirus Infektion in die Notaufnahme. Fast doppelt so viele wie sonst. Für andere Notfälle, wie Herzinfarkt, gibt es keine Betten mehr. Auch die Wiederbelebungsplätze sind umgerüstet um auf die Covid-19 Erkrankten reagieren zu können. Dem gegenüber stehen Meldungen der Regionalregierung von Madrid, die immer wieder den reibungslosen Ablauf im Gesundheitssystem zur Corona-Krise loben. Spanienweit gibt es heute mehr als 14.000 mit dem Corona Virus infizierte Personen, 5.717 Patienten werden im Krankenhaus behandelt, 744 auf Intensivstationen. Gestorben mit Covid-19 Erkrankung sind bisher in Spanien 598 Personen. 1.081 mit Corona infizierte Menschen konnten in Spanien als geheilt entlassen werden.

18. März 2020

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Krisenmanagement – Ministerpräsident Pedro Sanchez präsentiert das größte finanzielle Hilfspaket in der Geschichte Spaniens. …der spanische Staat bietet Unternehmen die Liquidität die notwendig ist… Umgerechnet 20% des Bruttoinlandsprodukts legt Spanien in Hilfsfonds auf um der Wirtschaftskrise zu begegnen die die Ausbreitung des Coronavirus ausgelöst hat. 200 Milliarden Euro werden insgesamt zur Verfügung gestellt. …das Hilfspaket soll den größten Schutz in erster Linie für die Schwächsten bieten…. Geplant sind mit dem Geld Hypothekenzahlungen zu stunden, Arbeitslosengeld auch für die Betroffenen zu bieten, die noch nicht ausreichend lange gearbeitet haben um Arbeitslosengeld beantragen zu können, Selbständigen wird die Sozialversicherung gestundet und finanzielle Hilfen für angestellte Mitarbeiter geboten. Strom und Gas dürfen bei nicht bezahlten Rechnungen mindestens für 30 Tage nicht abgestellt werden. Das 45-seitige königliche Dekret hat Pedro Sanchez gestern präsentiert. …nehmen sie diese Hilfen an und verzichten sie auf Kündigungen, das ist eine konjunkturelle, zeitlich begrenzte Krise.

In den vergangenen 24 Stunden haben sich Ausbreitung und Ansteckung in Spanien verlangsamt. Dieses Zwischenergebnis ist aber laut dem spanischen Epidemiologen Fernando Simón mit äußerster Vorsicht zu betrachten und bei Weitem noch kein Trend für die kommenden Tage. 11.000 infizierte Patienten, 5.000 Personen werden stationär behandelt, rund 500 Tote hat das Virus in Spanien bisher gefordert. Mit drastischen Worten richtet sich ein Mediziner an die junge Bevölkerung … was wir jetzt brauchen, um dieser Krise zu begegnen ist Solidarität, es geht nicht um Euch, die ihr mit leichten Beschwerden in die Notaufnahme kommt und einen Coronavirus Test fordert. Es geht um die Alten und Schwachen, die hier in der Notaufnahme mit lebensgefährlichen Symptomen auf einen Platz in der Intensivstation warten. Bleibt zu Hause, zeigt Solidarität mit den wirklich Kranken und helft mit Eigenverantwortung mit, den Kampf gegen das Virus zu gewinnen…

Supermärkte rüsten auf – Dem Run auf Lebensmittel begegnen kanarische Supermärkte mit mehr Personal um die Regale schnell wieder aufzufüllen. Allen voran die Supermarktkette HiperDino. Auf der Webseite hiperdino.es sollen vor allem Kunden die der Risikogruppe angehören ihren Einkauf online tätigen können, die Produkte werden dann nach Hause geliefert. Einstimmig informieren alle Supermarktbetreiber über die vollen Lebensmittellager, es wird auf den Kanarischen Inseln zu keinem Engpass bei Lebensmitteln kommen. Mehr als tausend zusätzliche Mitarbeiter sind in den Supermärkten seit Freitag tätig um die Regale wieder aufzufüllen. Hamsterkäufe sollen auch aus Solidarität den Mitmenschen gegenüber nicht getätigt werden. Das Posten von Fotos mit leeren Regalen trägt nicht zur Entspannung der Lage bei, sondern schürt die Angst in der Bevölkerung. Um die Ansteckungsgefahr zu Reduzieren wird der Zugang zu den Supermärkten reguliert, Schlangen an den Kassen werden damit vermieden, die Mitarbeiter geschützt. Laut Ausgangsperre darf der Besuch von Supermärkten nur noch alleine erfolgen und nur in Ausnahmefällen, wie z. B. bei pflegebedürftigen Menschen in Begleitung.

Rückholaktion der Regierung – 30 Maschinen sind gestern Abend von Deutschland aus gestartet um gestrandete Urlaube zurück zu holen. Das hat Außenminister Heike Maas gestern Abend der ARD mitgeteilt. Rund 100.000 Deutsche sitzen in verschiedenen Ländern weltweit fest. Das Auswärtige Amt sprach wegen der Corona-Pandemie eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen aus. Maas sagte weiter, dass es keine 24 Stunden Lösung für Betroffene geben wird, Priorität haben deutsche Touristen die außerhalb der EU Grenze im Urlaub sind. Betroffenen Urlaubern wird geraten sich zu allererst mit dem Reiseveranstalter in Verbindung zu setzten. Die Konsulte sind aktuell nicht in der Lage und nicht in der Verantwortung jeden einzelnen Fall zu bearbeiten, bisher unterliegt der europäische Flugverkehr keinerlei staatlicher Einschränkung. In den vergangenen zwei Tagen sind viele Maschinen auf kanarischen Flughäfen ohne Passagiere gelandet um Touristen in ihren Heimatort zurück zu fliegen. Gestern sind von Gando, Cesar Manrique und Puerto del Rosario mehr als 400 Maschinen gestartet, rund 200 geplante Flüge sind von den Fluggesellschaften gestrichen worden.

Eine Stunde mehr vor dem Fernseher – 5 Stunden und 23 Minuten haben Canarios gestern vor dem Fernseher verbracht, zumindest war er eingeschaltet. Das hat das Umfrageunternehmen Barlovento Comunicación heute veröffentlicht. Das Ergebnis entspricht einer Stunde mehr TV Konsum als normalerweise zu dieser Jahreszeit. Spanienweit lag die Fernsehzeit gestern um 89 Minuten höher als im März 2019. Spanier haben im Schnitt gestern sechs Stunden und 50 Minuten vor dem Fernseher verbracht. Rechnet man dazu die Zeit, die im Internet gestern verbracht worden ist, zeigt das Ergebnis das Rekordergebnis von 13 Stunden und 34 Minuten. Seit den Zahlenerhebungen gab es noch nie solche Ergebnisse während eines Wochentages. Das Ergebnis ist einzig und alleine auf die national verhängte Ausgangssperre zurückzuführen.

Polizeieinsatz am Roque Nublo – Einsatzkräfte der Guardia Civil haben gestern auf den Wanderwegen des Roque Nublo auf Gran Canaria wieder diversen Touristen den Weg zurück in ihre Hotels und Appartements aufgezeigt. Inwieweit Geldbußen verhängt worden sind ist nicht bekannt. Auch auf anderen Inseln gab es von Touristen Verstöße gegen die Ausgangssperre. Diese gilt sowohl für Touristen, als auch für Staatsbürger uneingeschränkt. Die Beamten sind angehalten bei Verstößen Geldstrafen zwischen 500€ und 2.000€ zu verhängen und ein Strafverfahren einzuleiten. Ein Verstoß gegen die Ausgangssperre die noch 12 Tage andauert, wird nicht als Ordnungswidrigkeit behandelt, sondern als Delikt.

17. März 2020 update

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Die Ausgangssperre könnte verlängert werden. Die spanische Regierung schließt eine Verlängerung der aktuell verhängten Ausgangssperre nicht aus. Der Minister für Verkehr und Transport, José Luis Ábalos, hat bei Radio Nacional Espana heute diese Möglichkeit eingeräumt, sofern sich die Kurve der mit Corona infizierten Patienten in den verbleibenden 13 Tagen nicht deutlich abflacht. Von gestern auf heute haben sich weitere 2.000 Patienten mit dem Virus infiziert. Aktuell sind in Spanien 11.178 Personen positiv auf Corona getestet, 5.136 Patienten werden deswegen in Krankenhäusern behandelt, 410 davon auf Intensivstationen. 491 Personen sind in Spanien bisher an der Covid-19 Erkrankung gestorben. Alle hatten eine pathologische Vorgeschichte. 1.098 positiv auf Corona getestete Personen haben die Infektionskrankheit unbeschadet überstanden. Spanien führt mit Italien die Zahl der Neuinfektionen an.

Im Krankenhaus von Las Palmas auf Gran Canaria ist eine Frau mit Covid-19 Erkrankung gestorben. Die 81-jährige ist auf Teneriffa positiv auf Corona getestet worden und hatte eine pathologische Vorgeschichte, sie war bereits wegen anderer schwerer Krankheiten in Behandlung. Es ist der zweite Todesfall wegen Covid-19 auf den Kanarischen Inseln. In der kanarischen Autonomie sind heute 119 Corona Virusfälle bekannt, 10 Infektionen mehr als gestern. 40 Personen werden deswegen in Krankenhäusern behandelt, neun davon auf Intensivstationen. Sieben mit Corona infizierte Personen konnten bisher die Krankenhäuser auf den Kanarischen Inseln als geheilt wieder verlassen.

Ausgangssperre – was darf ich und was nicht? Während der landesweit geltenden Ausgangssperre ist das öffentliche Leben weitestgehend eingeschränkt. Fragen und Antworten für die kommenden Tage:

Dürfen wir das Haus verlassen? Jein, der Aufenthalt auf öffentlichen Straßen und Wegen ist nur für den Weg zum oder vom Arbeiten erlaubt, für Fahrten zum Supermarkt, zur Apotheke, zum Zeitungskiosk oder um pflegebedürftige Personen zu versorgen.

Dürfen wir zum Arbeiten auf andere Inseln fahren oder in andere Regionen? Ja, das ist ausdrücklich erlaubt. Alle Transportmittel wie Fähre und Flugzeuge werden weiterhin genauso wie vor der Ausgangsperre eingesetzt.

Darf ich während der Ausgangsperre nach Hause zurück oder soll ich bis zum Ende der Ausgangssperre an meinem Aufenthaltsort verbleiben? Diese Reisen oder Fahrten sind ausdrücklich erlaubt, egal wo ich mich gerade aufhalte. Ebenfalls ist es nicht erforderlich diesen Aufenthalt vorzeitig abzubrechen. Die Heimreise wird von der Ausgangssperre nicht beeinflusst.

Sind Spaziergänge erlaubt? Nein, auch nicht auf Feldwegen. Auch frische Luft schnappen ohne Begleitung kann mit Geldbußen geahndet werden und führt zu einem Strafverfahren.

Was ist mit dem Kauf von Zeitungen und Tabak am Kiosk? Genauso wie Supermärkte, Getränkemarkt und Apotheken ist der Kiosk um die Ecke nicht geschlossen. Buchläden, Optiker, orthopädische Geschäfte und Reinigungen sind genauso geöffnet wie Telekommunikations- oder Mobilfunkgeschäfte.

In welchen anderen Situationen darf ich mich außerhalb meines Grundstücks aufhalten? Die Versorgung von älteren pflegedürftigen Menschen ist ausdrücklich erlaubt. Auch die Versorgung oder die Aufsicht von Kindern oder von Menschen mit Behinderung fällt nicht unter die Ausgangssperre.

Darf ich mit den Kindern nach draußen? Nur Fällen von höherer Gewalt oder drohenden Katastrophen. Geplante Arztbesuche sind genauso erlaubt wie im Fall von Krankheit oder Verletzung das nächste Centro de Salud aufgesucht werden kann.

Wie sind Familienbesuche geregelt? Grundsätzlich fallen diese ebenfalls unter die Ausgangssperre. Ausnahmen sind kranke oder pflegedürftige Familienangehörige.

Gassi gehen mit dem Hund ist erlaubt? Ja, nur alleine und ohne den Austausch mit anderen Hundebesitzern.

Auswärts Essen gehen ist auch untersagt? Ja und ist auch nicht umsetzbar. Geschlossen sind alle Bars, Restaurants und Cafés, also der gesamte Gastronomiesektor. In Bäckereien ist der Aufenthalt nur für den Kauf von Produkten gestattet, nicht aber für den Konsum.

Ist die Zeit um mich draußen aufzuhalten beschränkt? Nein, innerhalb der Ausgangssperre gibt es keine Zeitvorgaben. Formuliert ist es im Gesetzestext mit den Worten: sich nur für die dafür notwendige Zeit außerhalb von zu Hause aufzuhalten.

Was ist zu beachten um mich während des Aufenthaltes in Geschäften und auf der Straße nicht mit dem Virus zu infizieren? Eine Garantie dafür gibt es nicht. Empfohlen wird mehr Abstand zu seinen Mitmenschen, häufiges Händewaschen und grundsätzlich den persönlichen Kontakt in den kommenden Tagen auf ein Minimum beschränken.

Was ist mit geplanten Hochzeiten oder Beerdigungen? Diese fallen genauso wenig unter die Ausgangssperre wie auch Gottesdienste. Allerdings gibt es Einschränkungen: Bei der Wahl der Räumlichkeiten muss entsprechend der Personenzahl auf einen Mindestabstand von einem Meter geachtet werden. Das bedeutet weniger Besucher bei Gottesdiensten und weniger geladenen Gästen bei Hochzeiten oder Beerdigungen.

Ist der öffentliche Nahverkehr noch in Betrieb und ist seine Nutzung noch erlaubt? Busse und Bahnen erfüllen wegen der Ausgangssperre den Fahrplan nur zu 50%. Welche Fahrzeiten im Detail davon betroffen sind haben die Betreiber auf ihren Webseiten veröffentlicht. Diese Fahrzeiten sind in den meisten Fällen auf Apps wie Moovit nicht aktualisiert. Deswegen wird dringend empfohlen sich direkt zu informieren, sonst kann die Wartezeit an der Haltestelle länger werden. Die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel für die bereits geklärten notwendigen Fahrten ist aber erlaubt.

Muss ich mich mit Lebensmitteln bevorraten? Genau das soll nicht gemacht werden. Die aktuellen neuen Öffnungszeiten der Supermärkte sind eine Reaktion auf das Verhalten der Bevölkerung, die in den vergangenen Tagen Lebensmittel eingekauft haben, als wenn morgen die Welt untergehen würde. Nicht alle haben so gehandelt, aber eben der Großteil schon. Alle Lieferketten sind von der Ausgangssperre nicht betroffen. Lebensmittel und alle anderen notwendigen Produkte, ausgenommen dafür sind Luxusgüter, werden weiterhin täglich geliefert. Weder der Warentransport zwischen den Inseln noch der Containerverkehr vom Festland, noch der Frachtverkehr aus der Luft ist beeinträchtigt. Leere Supermarktregale sind von ihren Mitbürgern leergekauft worden um sich zu bevorraten, nicht aber weil die Ausgangssperre die Lebensmittellieferungen beeinträchtigen würde. Fotografiert bitte auch keine leeren Supermarktregale um sie in sozialen Netzwerken zu posten oder in Whatsapp Chats zu veröffentlichen. Genau das befeuert die Massen Panik und führt nicht dazu die allgemeine Stimmung zu beruhigen.

17. März 2020

Die Ausgangssperre könnte verlängert werden. Die spanische Regierung schließt eine Verlängerung der aktuell verhängten Ausgangssperre nicht aus. Der Minister für Verkehr und Transport, José Luis Ábalos, hat bei Radio Nacional Espana heute diese Möglichkeit eingeräumt, sofern sich die Kurve der mit Corona infizierten Patienten in den verbleibenden 13 Tagen nicht deutlich abflacht. Von gestern auf heute haben sich weitere 1.000 Patienten mit dem Virus infiziert. Aktuell sind in Spanien 9.191 Personen positiv auf Corona getestet, 3.215 Patienten werden deswegen in Krankenhäusern behandelt, 410 davon auf Intensivstationen. 297 Personen sind in Spanien bisher an der Covid-19 Erkrankung gestorben. Alle hatten eine pathologische Vorgeschichte. 521 positiv auf Corona getestet Personen haben die Infektionskrankheit unbeschadet überstanden. Spanien führt mit Italien die Zahl der Neuinfektionen an.

Im Krankenhaus von Las Palmas auf Gran Canaria ist eine Frau mit Covid-19 Erkrankung gestorben. Die 81-jährige ist auf Teneriffa positiv auf Corona getestet worden und hatte eine pathologische Vorgeschichte, sie war bereits wegen anderer schwerer Krankheiten in Behandlung. Es ist der zweite Todesfall wegen Covid-19 auf den Kanarischen Inseln. In der kanarischen Autonomie sind heute 119 Corona Virusfälle bekannt, 10 Infektionen mehr als gestern. 40 Personen werden deswegen in Krankenhäusern behandelt, neun davon auf Intensivstationen. Sieben mit Corona infizierte Personen konnten bisher die Krankenhäuser auf den Kanarischen Inseln als geheilt wieder verlassen.

Ausgangssperre – was darf ich und was nicht? Während der landesweit geltenden Ausgangssperre ist das öffentliche Leben weitestgehend eingeschränkt. Fragen und Antworten für die kommenden Tage:

Dürfen wir das Haus verlassen? Jein, der Aufenthalt auf öffentlichen Straßen und Wegen ist nur für den Weg zum oder vom Arbeiten erlaubt, für Fahrten zum Supermarkt, zur Apotheke, zum Zeitungskiosk oder um pflegebedürftige Personen zu versorgen.

Dürfen wir zum Arbeiten auf andere Inseln fahren oder in andere Regionen? Ja, das ist ausdrücklich erlaubt. Alle Transportmittel wie Fähre und Flugzeuge werden weiterhin genauso wie vor der Ausgangsperre eingesetzt.

Darf ich während der Ausgangsperre nach Hause zurück oder soll ich bis zum Ende der Ausgangssperre an meinem Aufenthaltsort verbleiben? Diese Reisen oder Fahrten sind ausdrücklich erlaubt, egal wo ich mich gerade aufhalte. Ebenfalls ist es nicht erforderlich diesen Aufenthalt vorzeitig abzubrechen. Die Heimreise wird von der Ausgangssperre nicht beeinflusst.

Sind Spaziergänge erlaubt? Nein, auch nicht auf Feldwegen. Auch frische Luft schnappen ohne Begleitung kann mit Geldbußen geahndet werden und führt zu einem Strafverfahren.

Was ist mit dem Kauf von Zeitungen und Tabak am Kiosk? Genauso wie Supermärkte, Getränkemarkt und Apotheken ist der Kiosk um die Ecke nicht geschlossen. Buchläden, Optiker, orthopädische Geschäfte und Reinigungen sind genauso geöffnet wie Telekommunikations- oder Mobilfunkgeschäfte.

In welchen anderen Situationen darf ich mich außerhalb meines Grundstücks aufhalten? Die Versorgung von älteren pflegedürftigen Menschen ist ausdrücklich erlaubt. Auch die Versorgung oder die Aufsicht von Kindern oder von Menschen mit Behinderung fällt nicht unter die Ausgangssperre.

Darf ich mit den Kindern nach draußen? Nur Fällen von höherer Gewalt oder drohenden Katastrophen. Geplante Arztbesuche sind genauso erlaubt wie im Fall von Krankheit oder Verletzung das nächste Centro de Salud aufgesucht werden kann.

Wie sind Familienbesuche geregelt? Grundsätzlich fallen diese ebenfalls unter die Ausgangssperre. Ausnahmen sind kranke oder pflegedürftige Familienangehörige.

Gassi gehen mit dem Hund ist erlaubt? Ja, nur alleine und ohne den Austausch mit anderen Hundebesitzern.

Auswärts Essen gehen ist auch untersagt? Ja und ist auch nicht umsetzbar. Geschlossen sind alle Bars, Restaurants und Cafés, also der gesamte Gastronomiesektor. In Bäckereien ist der Aufenthalt nur für den Kauf von Produkten gestattet, nicht aber für den Konsum.

Ist die Zeit um mich draußen aufzuhalten beschränkt? Nein, innerhalb der Ausgangssperre gibt es keine Zeitvorgaben. Formuliert ist es im Gesetzestext mit den Worten: sich nur für die dafür notwendige Zeit außerhalb von zu Hause aufzuhalten.

Was ist zu beachten um mich während des Aufenthaltes in Geschäften und auf der Straße nicht mit dem Virus zu infizieren? Eine Garantie dafür gibt es nicht. Empfohlen wird mehr Abstand zu seinen Mitmenschen, häufiges Händewaschen und grundsätzlich den persönlichen Kontakt in den kommenden Tagen auf ein Minimum beschränken.

Was ist mit geplanten Hochzeiten oder Beerdigungen? Diese fallen genauso wenig unter die Ausgangssperre wie auch Gottesdienste. Allerdings gibt es Einschränkungen: Bei der Wahl der Räumlichkeiten muss entsprechend der Personenzahl auf einen Mindestabstand von einem Meter geachtet werden. Das bedeutet weniger Besucher bei Gottesdiensten und weniger geladenen Gästen bei Hochzeiten oder Beerdigungen.

Ist der öffentliche Nahverkehr noch in Betrieb und ist seine Nutzung noch erlaubt? Busse und Bahnen erfüllen wegen der Ausgangssperre den Fahrplan nur zu 50%. Welche Fahrzeiten im Detail davon betroffen sind haben die Betreiber auf ihren Webseiten veröffentlicht. Diese Fahrzeiten sind in den meisten Fällen auf Apps wie Moovit nicht aktualisiert. Deswegen wird dringend empfohlen sich direkt zu informieren, sonst kann die Wartezeit an der Haltestelle länger werden. Die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel für die bereits geklärten notwendigen Fahrten ist aber erlaubt.

Muss ich mich mit Lebensmittel bevorraten? Genau das soll nicht gemacht werden. Die aktuellen neuen Öffnungszeiten der Supermärkte sind eine Reaktion auf das Verhalten der Bevölkerung, die in den vergangenen Tagen Lebensmittel eingekauft haben, als wenn morgen die Welt untergehen würde. Nicht alle haben so gehandelt, aber eben der Großteil schon. Alle Lieferketten sind von der Ausgangssperre nicht betroffen. Lebensmittel und alle anderen notwendigen Produkte, ausgenommen dafür sind Luxusgüter, werden weiterhin täglich geliefert. Weder der Warentransport zwischen den Inseln noch der Containerverkehr vom Festland, noch der Frachtverkehr aus der Luft ist beeinträchtigt. Leere Supermarktregale sind von ihren Mitbürgern leergekauft worden um sich zu bevorraten, nicht aber weil die Ausgangssperre die Lebensmittellieferungen beeinträchtigen würde.

16. März 2020

Madrid erlässt Ausgangssperre – Für ganz Spanien gilt weiterhin eine Ausgangssperre. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen soll die Mobilität und der Kontakt mit Mitmenschen auf ein Minimum beschränkt werden. Der Kauf von Lebensmitteln oder Medikamenten soll alleine erfolgen. Arztbesuche, Arbeitsfahrten und die Versorgung von pflegebedürftigen Personen sind weiterhin möglich. Bankbesuche sind davon ebenfalls nicht betroffen. Der öffentliche Nahverkehr ist um 50% reduziert. Die Bevölkerung wird ausdrücklich dazu aufgerufen keine Hamsterkäufe zu tätigen und das Haus oder die Wohnung nur zu Verlassen, wenn es dringend notwendig ist. Die Polizei führt Stichproben für die Einhaltung der Ausgangssperre durch, sowohl auf öffentlichen Straßen als auch in Gewerben. Es werden Bußgelder zwischen 500€ und 2.000€ verhängt. Der Transport von Gütern und Lebensmittel wird weiterhin durchgeführt. Es gibt ausreichend Lebensmittel in den Supermärkten. Die teilweise leeren Regale sind verursacht durch den schnellen Einkauf von Mitmenschen, die sich aus Panik wegen der Situation, bevorraten. Auch hier ist Solidarität gefragt. Nicht jede Familie ist in der Situation 300 bis 400 Euro für einen Einkauf auszugeben. Mit den Gerüchten, es wird auf den Kanarischen Inseln keine Lebensmittel mehr geben räumt Carlos Martín, Mitarbeiter bei Boludo Navieras, in einer Mitteilung auf: …es ist nicht war, dass keine Containerschiffe in den Häfen der Insel anlegen. Container und Produkte werden weiterhin geliefert, täglich werden tausende Container verladen. Hört auf den Keller mit Lebensmittel zu füllen. Es gibt Familien die nicht die finanziellen Mittel haben hunderte Euro im Supermarkt auszugeben. Diese Familien stehen mit 40, 50 Euro im Supermarkt und finden keine Lebensmittel mehr. Vom Festland werden die Lieferung für Konserven und Lebensmittel mit langem Haltbarkeitsdatum verstärkt, weil in den letzten Tagen von diesen Produkten zehnmal so viel verkauft worden ist als sonst. Es werden immer Lebensmittel zur Verfügung stehen und auch ausreichend geliefert werden. Soweit Carlos Martín, Mitarbeiter des Logistikunternehmens Boludo Naviera.

Die Supermarktkette Mercadona hat auf die aktuelle Situation reagiert und fordert seine Kunden ebenfalls auf, auf Hamsterkäufe zu verzichten. In den vergangenen Tagen hatte das Personal Schwierigkeiten die Regale in der gleichen Geschwindigkeit wieder aufzufüllen, in der die Kunden sie beim Einkaufen geleert haben.

Während dessen hat sich die Zahl der mit Coronavirus infizierten Menschen in Spanien in wenigen Tagen verdoppelt, innerhalb von 24 Stunden sind 136 Patienten mit Covid-19 Erkrankung gestorben. Aktuell sind in Spanien 7.753 Menschen mit dem Virus infiziert. Die Zentralregierung will Steuerzahlungen aussetzten und Unternehmen und Selbständigen die Sozialversicherung bis zum Ende der Krise stunden. 

Die Regionalregierung will den Luftverkehr weitestgehend einschränken. Während der Ausgangssperre soll nur noch Gesundheitspersonal und Sicherheitskräfte zwischen Inseln hin und herfliegen. Für Passagiere soll die Heimreise weiterhin möglich sein. Die Flughäfen sollen nicht geschlossen werden um den Transport von Gütern weiterhin zu ermöglichen.

Bisher gibt es auf dem Archipel nur auf El Hierro keinen Fall von Corona. Auf allen anderen Inseln gibt es Patienten mit dem Virus der die Lungenkrankheit Covid-19 verursachen kann – 70 auf Teneriffa, 20 auf Gran Canaria, drei Fälle auf Lanzarote, drei auf Fuerteventura, fünf auf La Palma und drei auf La Gomera.  Von den insgesamt 75 Patienten die positiv auf das Coronavirus auf den Kanarischen Inseln getestet worden sind, konnten nach einer Quarantänezeit bereits sechs als geheilt entlassen werden.

13. März 2020

Coronavirus-Update – Tagelang ist die Situation beobachtet worden, gestern überschlugen sich die Entscheidungen weltweit. Das erste sichtbare Ergebnis auf den Kanarischen Inseln waren leere Supermarktregale, wer in der Apotheke nach Desinfektionsmittel fragt wird auf die Warteliste gesetzt. Kreuzfahrtschiffe legen bis zum 27. März nicht mehr in kanarischen Häfen an. Die Fluggesellschaft Norwegian entlässt vorrübergehend die Hälfte ihrer Angestellten wegen dem Einreisestopp von europäischen Staatsbürgern in die USA. 4.000 Flüge sind gestrichen, Flugziele auf dem Archipel und Europa sind davon betroffen. Marokko hat jeglichen Schiffs- und Flugverkehr nach Spanien eingestellt. In einem Kommentar hat der ZDF-Chefredakteur Peter Frey gestern Abend auf die aktuelle Lage reagiert. Es gehen jetzt nicht um Schuldzuweisungen wer wann zu wenig getan hat. Wir brauchen die Bereitschaft, das Leben zu verlangsamen, um die Überforderung unseres Gesundheitswesens zu verhindern. Corona ist eine Seuche die die ganze Welt plagt, deren Verbreitung Medien quasi live in die ganze Welt übertragen – das gab es noch nicht in der Geschichte der Menschheit. Das ist elementar, existentiell und macht Angst. Es ist eine Prüfung – für jeden Einzelnen, für das offene Europa, für die Welt. Was wir jetzt wissen: Kindisches Auf-andere-zeigen wie der amerikanische Präsident Trump es vormacht, hilft nicht. Das ist die plumpe Show eines nervösen Wahlkämpfers. Dass Populisten die Schuld immer bei anderen suchen, dass sie zu spalten versuchen, jetzt Europa und Großbritannien, ist nicht neu. Aber im Fall Corona ist es besonders widerwärtig.  In Spanien bleiben bis auf Weiteres Kindergärten und Schulen geschlossen. Betroffen sind rund 400.000 Kinder und Jugendliche. Besuche in Krankenhäusern sollen auf ein Minimum eingeschränkt werden. Heute Morgen kommt die Meldung der kanarischen Supermarktketten genau zu rechten Zeit: Lebensmittel stehen mehr als ausreichend zur Verfügung. Die Logistikplattformen auf den Kanarischen Inseln sind voll. Das Problem ist aktuell die Regale in der gleichen Geschwindigkeit wieder aufzufüllen, wie die Produkte abverkauft werden. Auf den Kanarischen Inseln gibt es heute 46 Patienten die positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Fünf Patienten konnten bis gestern nach einer Covid-19 Erkrankung wieder als geheilt entlassen werden.

Lanzarote Top bewertet – Mit einem Ergebnis von 8,85 von 10 Punkten ist Lanzarote von den Besuchern im Vergleich der acht Kanarischen Inseln in 2019 am Besten bewertet worden. Die Hauptargumente: Klima, Sicherheit und Ruhe. Ein Drittel der Touristen im letzten Jahr hatten ein All-Inklusive Angebot gebucht. 40% haben ihren Urlaub in einem Vier-Sterne oder Fünf-Sterne Hotel verbracht. Bei den über 16-jährigen hat die Umfrage ergeben, dass sie in der Vergangenheit bereits mindestens einmal auf einer anderen Kanarischen Insel Urlaub gemacht haben. Gebucht haben alle Befragten ihren Urlaub im Durchschnitt mindestens drei Monate vorher.

Erster nachhaltiger Hafen Spaniens – La Luz in Las Palmas auf Gran Canaria wird der erste nachhaltige Hafen Spaniens. Das geht aus einem Projekt von Hispania Petroleum hervor. Ein eigenes Stromkraftwerk soll für den Hauptstadthafen von Gran Canaria ausreichend Energie liefern, um die Schiffe im Hafen zu versorgen. Bisher lassen diese ihre Motoren auch im Hafen laufen um sich mit Strom selbst zu versorgen. Das Stromkraftwerk soll mit Gas betrieben 70 Megawatt Energie erzeugen und die Emissionswerte die bisher im Hafen gemessen werden auf ein Minimum senken. In einer Übergangsphase sollen ältere Schiffe noch die Möglichkeit erhalten, selbst Energie im Hafen zu produzieren. Ab 2023 müssen in La Luz alle Frachter ihre Motoren abstellen und sich über sogenanntes „Cold Ironing“ mit der zur Verfügung gestellten emissionsfreien Energiequelle verbinden. Die durch die Verbrennung von Schweröl betriebenen Schiffe, darunter auch Kreuzfahrtriesen, machen einen ganz erheblichen Teil der Luftverschmutzung in Las Palmas aus.

Zu wenig Schutz der EU-Außengrenze – Das SIVE-Radarsystem funktioniert nicht zuverlässig, drei der vier verfügbaren Patrouillen-Boote der Guardia Civil für die Region Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote sind nicht einsatzbereit. Keine gute Bilanz für den Schutz der EU-Außengrenze und im Kampf gegen illegale Einwanderung ein eher zahnloser Tiger. Von drei Helikoptern ist nur einer einsatzbereit. Von den Radarstationen, die in ihrer Gesamtheit bisher noch nie funktioniert haben, sind auf Lanzarote nur zwei von vier einsatzbereit, auf Fuerteventura arbeiten nur drei von fünf Radarstationen ordnungsgemäß. Geplant war, auch mit Hilfe von EU-Geldern, die Außengrenze der Europäischen Union lückenlos zu überwachen. Dieser Zustand konnte bis heute nicht hergestellt werden.

1.477 Euro Einkommen im Durchschnitt – Der Durchschnittslohn liegt auf den Kanarischen Inseln bei 1.477 Euro. Die Zahlen stammen aus Dezember 2019. Hundert Euro über der Region Extremadura, wo Arbeitnehmer am schlechtesten verdienen. Madrid und Pais Vasco sind weiterhin die beiden spanischen Autonomien in denen Arbeitnehmer im Schnitt am besten bezahlt werden. 1.990 Euro verdienen Angestellte im Durchschnitt pro Monat in diesen beiden Regionen Spaniens. Spanienweit bleibt es bei einem Trend zu mehr Kaufkraft und mehr Konsum – in allen Regionen wird mehr verdient als noch vor 12 Monaten.

12. März 2020

Karneval abgesagt – Der Karnevalsumzug in Maspalomas auf Gran Canaria, die Cabalgata, ist abgesagt. In den Gemeinden Telde, Mogán und Agaete sind die gleichen Entscheidungen getroffen worden. Der Karneval in Tinajo auf Lanzarote ist ebenfalls gestrichen. Alle Fußballspiele im Amateurbereich finden bis auf weiteres nicht statt. Präventive Maßnahmen um die Ausbreitung des Covid-19 Virus zu verlangsamen. Gestern ist die Zahl der am Coronavirus erkrankten Patienten auf den Kanarischen Inseln um sieben auf insgesamt 28 gestiegen. Die Zentralregierung hat mit einem neuen Gesetz die unter Quarantäne stehenden Arbeitnehmer geschützt, ihr Zustand gilt ab sofort als arbeitsunfähig und somit als krankgeschrieben. Grundsätzlich wird empfohlen Veranstaltungen mit vielen Teilnehmern zu meiden. Reisen sollten, wenn nicht notwendig, vermieden werden. Die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln wird nicht empfohlen. Kontakte sollten auf ein Minimum reduziert werden. Grundsätzlich gilt: Hygiene kann vor Ansteckung schützen. Diese Empfehlungen hat die spanische Ärztekammer ausgesprochen um die Ausbreitung des Covid-19 Virus einzudämmen. Am Samstag treffen sich die Gesundheitsminister aller spanischen Autonomien um über weitere Schritte im Kampf gegen das Coronavirus zu beraten.

Landwirtschaft ruft zum Streik – 20.000 Bauern demonstrieren für faire Preise. Am Donnerstag hat der Landwirtschaftssektor auf den Kanarischen zum Streik aufgerufen. Die Bauern fordern landesweit für ein Ende des Preisdrucks durch die großen Supermarktketten. In allen Regionen in Spanien haben sich die Landwirte mit Demonstrationen organisiert. In der kanarischen Autonomie findet die Bewegung auf Teneriffa statt. Mit dem Verkauf von Landwirtschaftsprodukten unterhalb der Preisgrenze soll Schluss sein, Zahlungsziele von 30 Tagen sollen die Obergrenze bilden und Mengenrabatte darf es nicht mehr geben. Mit diesen drei Forderungen beginnt die erste Streikwelle der Landwirte. Aktuell produziert der Landwirtschaftssektor unterhalb der Rentabilität und kann nur mit Subventionen aus staatlicher Hand am Leben gehalten werden.

Mehr Geld für Wetten – Canarios geben 69% mehr Geld für Sportwetten aus als noch vor einem Jahr. Auf Teneriffa, Gran Canaria und Lanzarote haben die Wettbüros 74 Millionen Euro eingenommen, 30 Millionen mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Verloren hat dagegen das Lotteriesystem Quiniela mit Verlusten von 62%. In 37 Lokalen haben Canarios von Januar bis September so viel Geld bei Sportwetten eingesetzt wie noch nie zuvor. Ein Trend der sich in ganz Spanien fortsetzt – In der Region Madrid sind bei Sportwetten 422 Millionen Euro eingesetzt worden, im Baskenland waren es 400 Millionen Euro.

Bevölkerungswachstum – Auf den Kanarischen Inseln werden laut einem Bericht des spanischen Statistikamtes im Jahr 2033 2.5 Millionen Menschen wohnen. 17,2% mehr als heute. Grund dafür wird in erster Linie Migration sein. Pro 1.000 Einwohner werden es bis 2033 168 mehr Zuwanderer als Auswanderer sein. Das entspricht rund 30.000 Bürgern mehr pro Jahr. Überhaupt steigt die Bevölkerungszahl in Spanien in den kommenden Jahren bis 2033 auf 49 Millionen an. Ein Viertel wird über 65 Jahre alt sein. Auch Spanienweit ist es die Migration, die für den Bevölkerungszuwachs in erster Linie verantwortlich ist. Die Geburtenrate ist auch in Spanien rückläufig und wird es laut den Hochrechnungen des spanischen Statistikamtes auch in den kommenden Jahren bleiben.

Alle Betten belegt – Die Kanarischen Inseln stehen bei der Versorgung von pflegebedürftigen Patienten vor dem nächsten Kollaps im Gesundheitssystem. Auf Gran Canaria und Teneriffa sind alle der insgesamt 1.400 Betten für ältere Patienten mit Pflegestufe belegt. Die Plätze in den Pflegeheimen ebenfalls. Damit stehen die Notaufnahmen in den Krankhäusern, die sowieso bereits wegen der Grippewelle überlaufen sind, vor einem unlösbaren Problem. In erster Linie sind älter Menschen betroffen – ihre Zahl hat zwischen 2007 und 2018 um 7% auf dem Archipel zugenommen. In den meisten Fällen ist nur eine einfache Pflege notwendig, die aber von den betroffenen Familien nicht gewährleistet werden kann. Die Regionalregierung will kurzfristig reagieren und private Pflegedienste aktivieren, die Kosten dafür sollen aus Steuergeldern aufgewendet werden.